Haben Sie schon einmal bei Kopfschmerzen Ihre Schläfen massiert? Damit haben Sie intuitiv Akupressur angewendet. Als Experten für traditionelle Heilmethoden erklären wir Ihnen alles Wissenswerte zur Akupressur.
Was ist Akupressur?
Akupressur ist ein Behandlungsverfahren aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), ähnlich der Akupunktur. Statt Nadeln werden mit den Fingern gezielte Druckpunkte am Körper stimuliert, um Reizpunkte zu aktivieren.
Sie zielt darauf ab, die natürliche Balance im Körper wiederherzustellen und so Krankheiten zu lindern. Nach TCM-Überzeugung entstehen Beschwerden durch Blockaden im Energiefluss des Qi. Durch sanfte Druckmassagen mit den Fingerkuppen werden diese Blockaden auf den Energiebahnen (Meridianen) gelöst und der Fluss aktiviert.
Akupressur eignet sich nicht nur zur Linderung körperlicher Schmerzen, sondern hilft auch beim Abnehmen und Stressabbau.
Studienlage zur Akupressur
Die Charité in Berlin untersuchte die Wirksamkeit in einer Studie: Mit einer Akupressur-App berichteten mehr als die Hälfte der Frauen nach sechs Monaten von geringeren Menstruationsschmerzen. Im Gegensatz zur Akupunktur fehlen jedoch umfassende Studien zu breiten Erfolgen. Daher ist Akupressur keine Kassenleistung und muss privat bezahlt werden.
Ein großer Vorteil: Sie können Akupressur als Laie selbst anwenden. Ausgebildete Therapeuten vermitteln in wenigen Sitzungen die Meridianverläufe und Druckpunkte. Alternativ finden Sie sie in Abbildungen oder Fachbüchern.
- Empfehlung: „Akupressur: Heilung auf den Punkt gebracht“ von Franz Wagner, erhältlich bei Buch7 oder Amazon.
- Zum Abnehmen: „Schlanker werden mit Akupressur“ von Anne Naruhn, bei Buch7 (E-Book) oder Amazon.
Akupressur: Kaum Nebenwirkungen
Nutzen Sie Akupressur ergänzend zur Schulmedizin. Bei sanfter Anwendung treten keine Nebenwirkungen auf. Beachten Sie jedoch:
- Starker Druck kann blaue Flecken verursachen.
- Vermeiden Sie entzündete Stellen.
- In der Schwangerschaft problematisch, da einige Punkte die Gebärmutter beeinflussen können.
5 bewährte Akupressur-Methoden
Hier fünf effektive Techniken, die Sie sofort ausprobieren können:
- Gegen Migräne, Nackenschmerzen, Asthma, Atemnot und Erkältung: Am äußeren linken Unterarm, eine Fingerbreite über dem Handgelenk.
- Gegen Schmerzen, Fieber, Entzündungen oder Verdauungsprobleme: Faust ballen, in die Vertiefung zwischen Daumen- und Zeigefingerknochen drücken.
- Gegen Stress, Wut, Depressionen, Kopfschmerzen, Bluthochdruck und Menstruationsbeschwerden: Zwischen Großzeh und Zeh daneben, drei Fingerbreiten zum Knöchel – Vertiefung zwischen Sehnen.
- Gegen Herzrasen, Brustschmerzen, Nervosität und Hitzewallungen: Zwischen den mittleren Sehnen am Handgelenk.
- Gegen Durchfall, Blähungen und Verstopfung: Vier Fingerbreiten unter der Kniescheibe, Vertiefung zwischen Schienbeinmuskel und Schienbein.
Akupressur richtig anwenden
- Akupressurpunkte sind oft Verdickungen oder Vertiefungen, die Schmerz oder Wohlgefühl auslösen.
- Sie können viele Punkte selbst behandeln – nutzen Sie einen Spiegel fürs Gesicht. Für Schädel, Rücken oder Ohren bitten Sie eine Helferin oder einen Helfer.
- Benötigt nur Ihre Hände: Mit Daumen oder Zeigefinger drücken, kurz halten. Leichter Schmerz ist normal. Erhöhen Sie die Wirkung durch Massieren, Kreisen oder Klopfen.
- Führen Sie die Behandlung jeden bis jeden zweiten Tag durch, 3–4 Mal täglich je 30 Sekunden bis 3 Minuten pro Punkt.