Im vergangenen Jahr hat ein neuer Gesundheitstrend Aufmerksamkeit erregt: "gesund-ish". Dieser Begriff, geprägt von Michael Pollan, wurde in der PBS-Dokumentation "In Defense of Food" (basierend auf seinem gleichnamigen Buch) sowie in einem Artikel von The Atlantic beleuchtet. Sogar Bon Appétit, bekannt für gourmetreiche Rezepte, hat das Konzept aufgegriffen und ergänzt es um Gedanken zu ausgewogener Ernährung. Doch was bedeutet es konkret, sich "gesund-ish" zu ernähren?
Mindy Kurzer, Professorin für Ernährungswissenschaften und Direktorin des Programms für gesunde Ernährung und Lebensstil an der University of Minnesota, macht es einfach: "Das Prinzip passt perfekt zu dem, was Ernährungsexperten seit Langem empfehlen", erklärt sie. "Es gibt kein 'gutes' oder 'schlechtes' Essen. Der Fokus sollte auf dem gesamten Ernährungsmuster liegen."
Für Kurzer ist "gesund-ish" eine ganzheitliche Philosophie, die auf langfristige Gewohnheiten setzt statt strenge Verbote. "Betrachten Sie Ihre Ernährung wöchentlich", rät sie. "Die meiste Zeit sollte sie nährstoffreich sein, aber gelegentliche Genussmomente sind erlaubt. Fettreiche oder zuckerhaltige Lebensmittel sind nicht per se schädlich – solange sie die Ausnahme bleiben."
Um diesen Ansatz dauerhaft zu integrieren, gibt Kurzer fünf praxisnahe Tipps:
1. ZIELE SETZEN
Kurzer empfiehlt, Ihre persönlichen Motive klar zu definieren. "Jeder hat individuelle Ziele – sei es Abnehmen oder allgemeine Fitness. Sprechen Sie ggf. mit einem Ernährungsberater oder Trainer, um sie zu konkretisieren."
2. ÄNDERUNGEN ÜBERPRÜFEN
Identifizieren Sie passende Anpassungen in Ihrem Alltag. "Kein Plan passt für alle. Vegetarier haben andere Herausforderungen als Fleischesser. Finden Sie heraus, was für Sie funktioniert und sich wohlfühlt."
3. FOKUS AUF NACHHALTIGKEIT
Wählen Sie Änderungen, die Sie langfristig durchhalten können. "Integrieren Sie Lieblingslebensmittel und meiden Sie Abneigungen. Es muss machbar sein – als lebenslanger Begleiter gedacht."
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4. BLEIBEN SIE POSITIV
"Klingt klischeehaft, ist aber wahr: Nehmen Sie es Tag für Tag", sagt Kurzer. "Ausrutscher passieren – machen Sie sich nicht klein deswegen. Scham ist der größte Feind des Erfolgs."
5. ENTDECKEN SIE IHRE HINDERNISSE
"Erkennen Sie Ihre Trigger: Partys? Reisen? Vermeiden Sie 'Gateway-Foods', die Sie in den unkontrollierbaren Konsum treiben, wie mein Trainer sie nennt. Tun Sie Ihr Bestes und kehren Sie zur Routine zurück."