Blutreinigungstee wird als Mittel zur Entfernung von Giftstoffen und "Schlacken" aus dem Blut beworben. Doch wie effektiv sind diese Tees wirklich? Als Experten klären wir über Fakten, Wirkung und wichtige Vorsichtsmaßnahmen auf.
Blutreinigungstee, auch Entschlackungstee genannt, verspricht eine Entgiftung des Körpers durch regelmäßigen Genuss. Hersteller werben damit, dass Schadstoffe ausgespült werden. Tatsächlich ist der Begriff "Blutreinigungstee" irreführend: Der Körper reinigt sein Blut eigenständig – hauptsächlich über Leber und Nieren. Aus diesem Grund heißen solche Produkte meist "Entschlackungs-" oder "Detoxtee", "Entwässerungs-" oder "Nientee".
Das Lymphsystem sorgt natürlich für den Abtransport von Abfallstoffen aus dem Gewebe über die Nieren. Es lässt sich durch Sport, Kaltduschen und gezielte Ernährung anregen. Blutreinigungstee soll hier unterstützend wirken. Basierend auf etablierten Kenntnissen der Phytotherapie beleuchten wir, was wirklich dran ist.
Inhaltsstoffe des Blutreinigungstees
Typische Blutreinigungstees enthalten eine Mischung aus Kräutern mit traditionell zugeschriebenen entgiftenden Eigenschaften. Häufige Komponenten sind:
- Birkenblätter (entwässernd durch sekundäre Pflanzenstoffe)
- Brennnessel (stoffwechselanregend, harntreibend und anti-entzündlich dank Flavonoiden)
- Fenchelsamen (darmfördernd und krampflösend)
- Grüner Tee (antibakteriell, beruhigend für Magen-Darm-Trakt, fördert die Fettverbrennung)
- Ingwer (entzündungshemmend, verdauungsanregend)
- Mateblätter (kreislaufanregend)
- Sennesblätter (stark abführend)
- Süßholzwurzel (entzündungshemmend, magenberuhigend; kann Blutdruck steigern und Blutzucker senken)
- Verbene/Eisenkraut (gegen Blähungen, Krämpfe und Durchfall durch Gerbstoffe)
Blutreinigungstee: Richtige Anwendung
Verwenden Sie Blutreinigungstee unterstützend in Kuren oder bei Verstopfung. Für den Alltag gelegentlich, aber dosiert:
- In Entschlackungskuren: Maximal 3 Tage, 2 Tassen täglich, viel Wasser trinken.
- Bei Verstopfung: 2–3 Tassen mit ausreichend Flüssigkeit, dank harntreibender und abführender Wirkstoffe wie Sennesblättern.
- Im Alltag: Einmal wöchentlich risikofrei.
Wichtig: Die primäre Wirkung ist harntreibend und entwässernd, was zu schnellerer Schlankheit führt – daher oft als "Skinny Tea" vermarktet. Regelmäßiger Konsum zur Abnahme kann jedoch zu Nebenwirkungen führen.
Blutreinigungstee: Harntreiber oder Risikoprodukt?
Bei Überdosierung drohen ernsthafte Folgen. Nach der Apotheken-Umschau nie länger als eine Woche Sennesblätter einnehmen. Mögliche Nebenwirkungen:
- Starker Flüssigkeitsverlust
- Häufiger Durchfall
- Gestörte Nährstoffaufnahme
- Nierenfunktionsstörungen durch Gewöhnung
- Leber- und Nierenschäden durch Süßholzwurzel oder Senna bei Missbrauch
Immer reichlich Wasser trinken, nie während Fasten – sonst droht Störung des Elektrolythaushalts (z. B. Muskelkrämpfe). Vermeiden bei:
- Leber- oder Nierenproblemen
- Diabetes
- Herzerkrankungen
- Schwangerschaft
- Medikamenteneinnahme (auch Pille, da Wirkung gemindert werden kann)
Konsultieren Sie bei Unsicherheiten immer einen Arzt.