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Hirtentäschelkraut: Traditionelle Wirkung und bewährte Anwendung der vergessenen Heilpflanze

Das Hirtentäschelkraut, auch bekannt als Herzelkraut oder Blutkraut, wurde bis zum Zweiten Weltkrieg häufig zur Blutstillung bei Wunden eingesetzt. Heute ist es weitgehend vergessen, doch es bietet potenziell Unterstützung bei Menstruationsstörungen und anderen Beschwerden – basierend auf jahrhundertealter Tradition in der Phytotherapie.

Die herzförmigen Fruchtücher verleihen der Pflanze ihren Namen. Optisch unauffällig mit feinen Blättern und kleinen weißen Blüten von März bis Oktober, gehört sie zur Familie der Brassicaceae und wird bis 40 cm hoch. Weltweit verbreitet, trifft man sie in Deutschland an Wegrändern, Wiesen und Äckern. Alle Teile außer der Wurzel können gesammelt und verwendet werden; getrocknet erhältlich in Apotheken.

Hirtentäschelkraut: Inhaltsstoffe und Wirkung

Diese Heilpflanze enthält wertvolle Stoffe wie:

  • Sekundäre Pflanzenstoffe (Senfölglykoside)
  • Cholin und Acetylcholin
  • Proteine
  • Aminosäuren
  • Mineralstoffe wie Calcium und Kalium
  • Flavonoide

Sie wirken primär gefäßstärkend: Abdichtung der Gefäßwände zur Blutstillung und Regulierung des Blutdrucks. Früher diente es als Ersatz für Mutterkorn bei Wunden. Die entzündungshemmende Wirkung ist jedoch schwach, weshalb andere Mittel vorzuziehen sind. Wissenschaftliche Belege, insbesondere zur Blutstillung, fehlen aufgrund geringer Forschung.

Hirtentäschelkraut: Anwendung

In der traditionellen Naturheilkunde findet es Anwendung bei:

  • Menstruationsbeschwerden: Regulierung starken, langanhaltenden oder unregelmäßigen Zyklus (Studie 2018).
  • Geburten: Nicht während der Schwangerschaft (wehenfördernd), aber hilfreich bei Nachblutungen.
  • Blutdruckprobleme: Unterstützt bei Hyper- und Hypotonie durch Gefäßwirkung.
  • Nasenbluten: Beschleunigt Stillung, besonders bei Rezidiven.
  • Krampfadern: Linderung als Tee oder Wickel.
  • Hämorrhoiden: Innere und äußerliche Anwendung bei Blutungen.

Primär als Tee, Wickel oder Nasentampon. Für Tampon: Mulltupfer in Auszug tränken und an die Schleimhaut drücken.

Zubereitung:

  • 10 g (2 EL) getrocknetes Kraut ins Teesieb geben.
  • Mit 250 ml kochendem Wasser übergießen.
  • 10–15 Min. ziehen lassen, Pflanzenteile entfernen.