Als etablierte Heilpflanze aus Nordeuropa bietet Engelwurz (auch Angelika, Giftwurz oder Heiligenbitter genannt) vielfältige Einsatzmöglichkeiten. In diesem praxisnahen Ratgeber erfahren Sie, wie Sie die Wurzeln ernten, verarbeiten und gezielt einsetzen – basierend auf traditionellem Wissen und wissenschaftlichen Quellen.
Engelwurz gehört zur Familie der Doldengewächse und kommt in Nordeuropa sowie Nordasien vor. Die imposante Pflanze erreicht bis zu zwei Meter Höhe und wächst rasch. Sie blüht von Juni bis Juli, doch für therapeutische Zwecke nutzt man primär die Wurzeln und Rhizome, die im Frühling oder Herbst geerntet werden.
Beim Eigenanbau oder Ernten: Reinigen Sie die Wurzeln gründlich, da Insektenbefall häufig vorkommt. Schneiden Sie sie der Länge nach auf und hängen Sie sie zum Trocknen auf. Achtung: Engelwurz kann mit dem giftigen Schierling verwechselt werden – sammeln Sie nur, wenn Sie sicher identifizieren können. Getrocknete Wurzeln erwerben Sie risikofrei in Apotheken oder online, z. B. bei Avocadostore.
Inhaltsstoffe und heilende Wirkung von Engelwurz
Die Wirksamkeit der Pflanze beruhen auf wertvollen Inhaltsstoffen wie:
- Ätherischen Ölen
- Bitterstoffen
- Gerbstoffen
- Furocumarinen
- Flavonoiden.
Diese verleihen Engelwurz ihr intensives Aroma und unterstützen laut Lexikon der Heilpflanzen vor allem den Verdauungstrakt. Sie eignet sich bei:
- Appetitlosigkeit
- Blähungen und Völlegefühl
- Magenkrämpfen
- Mundtrockenheit durch gesteigerte Speichelproduktion.
Die Inhaltsstoffe fördern Gallen- und Magensäureproduktion, wirken verdauungsfördernd und krampflösend – ideal auch bei Menstruationsbeschwerden.
Praktische Anwendung von Engelwurz
Innerlich als Tee oder Tinktur, äußerlich als Salbe oder Öl: Engelwurz ist vielseitig. Studien in der Schweizerischen Zeitschrift für Ganzheitsmedizin bestätigen ihre unterstützende Wirkung bei Schwäche und Erschöpfung. Engelwurzsalben finden Sie online, z. B. im Avocadostore.
Tee-Zubereitung:
- 1 TL getrocknete Engelwurz-Wurzel
- 1 Tasse kochendes Wasser
- Optional: Melisse-, Erdbeerblätter oder Apfelstücke für milderen Geschmack
- Übergießen, 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und trinken.
- Bei intensivem Aroma Kräuter mischen.
- 2-mal täglich nach den Mahlzeiten.
Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen
Furocumarine steigern die Hautlichtempfindlichkeit – bei regelmäßiger Einnahme Sonne meiden, um Entzündungen zu vermeiden. Hohe Dosen ätherischer Öle können das Zentralnervensystem belasten. Kontraindikationen: Magen-Darm-Geschwüre, Schwangerschaft. Konsultieren Sie immer einen Arzt, wie bei allen Heilpflanzen empfohlen.