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Camu Camu: Vitamine, Wirkungen und die Realität hinter dem Superfood-Trend

Camu Camu hat sich als neues Superfood etabliert. Diese südamerikanische Frucht wird besonders für ihre potenziell abnehmfördernde Wirkung gepriesen. Als Ernährungsexperte erkläre ich Ihnen die Fakten basierend auf Studien und Analysen.

Was ist Camu Camu?

Die kleinen, runden Camu-Camu-Früchte messen etwa drei Zentimeter im Durchmesser und haben eine leicht rötliche Färbung. Sie wachsen an Sträuchern im Amazonasgebiet, vor allem in Peru. In Europa ist Camu Camu als Pulver, Tabletten oder Kapseln erhältlich.

Der Reiz dieser Powerfrüchte liegt vor allem in ihrem außerordentlich hohen Vitamin-C-Gehalt: Ein Teelöffel Pulver deckt bereits den täglichen Bedarf. Damit übertrifft Camu Camu Paprika um das Zehnfache und Orangen um das 40-Fache. Weitere wertvolle Inhaltsstoffe sind:

  • Antioxidantien,
  • Aminosäuren,
  • Beta-Carotin,
  • Vitamin B1, B2 und B3,
  • Eisen,
  • Kalium,
  • und Calcium.

Wirkung der Camu-Camu-Frucht

Camu Camu erregt derzeit Aufmerksamkeit durch seine mögliche Unterstützung beim Gewichtsverlust. Kanadische Forscher testeten es an Mäusen: Die mit Camu Camu ergänzte Gruppe nahm bei gleicher Futtermenge etwa 50 Prozent weniger zu. Ob dieser Effekt auf Menschen übergeht, ist jedoch wissenschaftlich nicht belegt.

Weitere behauptete Vorteile als Superfood:

  • Stärkung des Immunsystems,
  • Hilfe bei Müdigkeit und Erschöpfung,
  • Regulierung der Verdauung,
  • Vorbeugung von Arterienverkalkung,
  • antioxidative und entzündungshemmende Effekte (Studie von 2008),
  • positive Wirkungen auf Haut, Gelenke und Muskeln.

Für die meisten dieser Effekte fehlen jedoch belastbare Humanstudien.

Die Problematik der exotischen „Superfoods“

Superfoods wie Spirulina, Chlorella oder Maca sind Trendprodukte, die in keinem Ernährungsplan fehlen dürfen – und in Supermärkten stehen. Doch sie sind teuer und haben oft eine schlechte Ökobilanz. Auch Camu Camu aus Peru leidet darunter.

Der lange Transportweg führt zu Nährstoffverlusten durch Lagerung. Zudem verursacht die steigende Nachfrage Raubbau an Wildsträuchern in Peru, was Ökosysteme und Fischarten schädigt.

Die empfohlene Tagesdosis beträgt maximal drei Gramm, was den Vitamin-C-Bedarf deckt, aber andere Nährstoffe nur geringfügig liefert.

Günstiger und nachhaltiger: Decken Sie Ihren Bedarf mit saisonalen und regionalen Produkten wie:

  • Äpfel,
  • Paprika,
  • Petersilie,
  • Sanddorn,
  • Himbeeren,
  • Johannisbeeren.