Odermennig zählt seit der Antike zu den bewährten Heilpflanzen. Erfahrene Kräuterexperten wie Mannfried Pahlow erklären seine Wirkung und den einfachen Anbau.
Odermennig (auch Ackermännchen, Fünfblatt oder Griechisches Leberkraut) aus der Familie der Rosengewächse wird traditionell als Heilpflanze genutzt. In der Antike war er der Göttin Pallas Athene geweiht.
Aussehen und Vorkommen:
- Odermennig entwickelt einen geraden, wenig verzweigten, behaarten Stängel bis zu einem Meter hoch. Die gefiederten, behaarten Blätter stehen wechselständig, werden bis 20 cm lang. Von Juni bis September blüht er gelb.
- Er gedeiht in Nord- und Mitteleuropa, Balkanländern, Russland, Nordamerika und Teilen Asiens.
- Typische Standorte: Hecken, Wegränder, Gebüsche und trockene Wiesen.
Wichtig: Ernten und nutzen Sie Odermennig nur bei sicherer Bestimmung. Apps und Ratgeber helfen dabei – Tipps finden Sie in unserem Artikel: Pflanzen per App bestimmen – die besten Tools.
Die Heilwirkung von Odermennig
Odermennig enthält wertvolle Inhaltsstoffe mit gesundheitsfördernder Wirkung. Apotheker Mannfried Pahlow beschreibt in „Das große Buch der Heilpflanzen“:
- Sekundäre Pflanzenstoffe wie Gerbstoffe, Saponine und Flavonoide. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) bestätigt deren positive Effekte.
- Ätherische Öle mit schmerzlindernder und entzündungshemmender Wirkung.
- Kieselsäure, die Haaren, Haut, Zähnen und Knochen zugutekommen soll (noch nicht abschließend erforscht).
- Schleimstoffe, die laut Apotheken-Umschau die Schleimhäute schützen.
- Weitere Begleitstoffe.
Nach Pahlow entfaltet sich die Wirkung durch das harmonische Zusammenspiel der Stoffe:
- Gerbstoffe machen Odermennig zu einem natürlichen Mittel gegen Durchfall. Bei empfindlichen Personen können sie Übelkeit auslösen, doch die Dosis im Tee gilt als unbedenklich.
- Ideal bei Magen-Darm-Beschwerden, Appetitlosigkeit oder Gallenproblemen wie Gallensteinen.
- Wirksam gegen Zahnfleisch- oder Rachenschleimhautentzündungen.
Odermennig richtig anwenden
Als Tee lindert Odermennig Magen-Darm-Probleme oder dient zum Gurgeln bei Mund- und Rachenentzündungen.
Sammeln und trocknen:
- Ernten Sie das blühende Kraut von Juni bis September. Trocknen Sie es an der Luft ausgebreitet oder gebündelt aufgehängt an einem warmen, trockenen Ort.
- Im Ofen maximal 40 °C verwenden, wie Siegfried Börngen in „Pflanzen helfen heilen“ rät, um Inhaltsstoffe zu erhalten.
Odermennig-Tee zubereiten:
- Übergießen Sie 2 gestrichene TL getrocknete Blüten mit 250 ml kochendem Wasser.
- 5 Minuten ziehen lassen, dann abseihen.
- Optional mit Bio-Honig süßen.
Trinken Sie ihn heiß oder nutzen Sie ihn lauwarm zum Gurgeln. Odermennig ist in Apotheken-Teemischungen gegen Magen-, Darm-, Blasen-, Leber- und Gallenbeschwerden enthalten.
Hinweis: Er ersetzt keine ärztliche Behandlung.
Odermennig selbst anbauen
Diese pflegeleichte Pflanze lässt sich unkompliziert kultivieren – wählen Sie den richtigen Standort.
Anbau-Tipps:
- Standort: Halbschatten bis Sonne, nährstoffarmer, lockerer, kalkhaltiger Boden. Bei Gartenerde Kalk ausbringen.
- Aussaat: Kaltkeimer – säen im Herbst (Mitte Oktober) oder Frühjahr (März), Samen 2–3 cm tief einarbeiten. Abstand 40 x 40 cm wegen Wurzeln.
- Auf Balkon oder Topf: Große Volumenbehälter wählen.
- Düngen alle 3 Monate mit Kompost oder Hornspänen.