Als traditionelle Heilpflanze hat sich Wermutkraut bei leichten Magen-Darm-Beschwerden als zuverlässiges Hausmittel bewährt. Erfahren Sie von uns als Kräuterexperten, welche Wirkstoffe enthalten sind und wie Sie es richtig einsetzen.
Wermutkraut bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden
Wermut (Artemisia absinthium) ist eine wertvolle Heilpflanze. Besonders während der Blütezeit reichern die oberen Zweigspitzen sich mit ätherischen Ölen, Monoterpenen, Bitterstoffen, Flavonoiden und Phenolcarbonsäuren an.
Die Pflanze regt den Gallenfluss an, wirkt blähungstreibend und krampflösend. Sie eignet sich daher hervorragend bei Magen-Darm-Erkrankungen wie:
- Appetitlosigkeit
- Völlegefühl
- leichte Krämpfe
- Blähungen
- Sodbrennen
- Übelkeit
Wermutkraut lassen sich als Tinktur oder Tee anwenden:
- Für einen Wermuttee übergießen Sie einen Teelöffel geschnittenes Wermutkraut mit 150 Milliliter heißem Wasser.
- Lassen Sie den Tee 10 bis 15 Minuten ziehen und sieben Sie ihn ab.
- Trinken Sie dreimal täglich eine Tasse, um den Appetit anzuregen – jeweils eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten oder bei Verdauungsbeschwerden danach.
Wermut anwenden: Wichtige Hinweise für Ihre Sicherheit
Im ätherischen Öl des Wermutkrauts steckt das Nervengift Thujon. In Absinth wird es mit psychoaktiven Effekten wie Halluzinationen in Verbindung gebracht. Fakt ist: Hohe Dosen können Magenprobleme, Nervenschäden oder psychische Störungen verursachen. Deshalb wurde Absinth Anfang des 20. Jahrhunderts verboten. Heute ist es mit Thujon-Grenzwerten wieder erlaubt, doch die Debatte über historische Mengen hält an.
Aus Vorsicht: Verwenden Sie Wermutkraut niemals länger als zwei Wochen und halten Sie die Dosierung ein. Bei Unsicherheiten konsultieren Sie bitte einen naturheilkundlichen Arzt oder Heilpraktiker.
Wermut selbst anbauen: So gelingt es Schritt für Schritt
Pflanzung: Wermut braucht eine sonnige, große Fläche, da Sträucher bis zu 1,5 Meter hoch und breit werden. Ideal ist trockener, leicht kalkhaltiger Boden.
Pflanzen Sie über Samen oder Stecklinge:
- Als Lichtkeimer die Wermutsamen locker auf die Erde streuen, leicht andrücken. Abstand mindestens 25 Zentimeter. Keimung nach 10 bis 21 Tagen.
- Für Stecklinge eine 10 Zentimeter lange Zweigspitze abschneiden und einpflanzen. Wurzeln treiben schnell aus.
Wichtig: Halten Sie Abstand zu Nachbarpflanzen – Wermutwurzeln scheiden Stoffe aus, die anderen das Wachstum erschweren können.
Gießen: Wermut ist trockentolerant. Gießen Sie im Sommer nur alle zwei Tage. Herabhängende Blätter signalisieren Durst.
Überwintern: Blütezeit Juli bis September. Topfpflanzen ins Haus holen, Freilandpflanzen sind winterhart mit Laub oder Mulch schützen.