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Burnout-Symptome als Weckruf nutzen: So wandeln Sie Erschöpfung in berufliche Erfüllung um

Der Begriff „Burnout“ wird heutzutage so häufig verwendet, dass viele den Eindruck haben, er betreffe fast jeden. Eine Gallup-Umfrage aus dem Jahr 2018 unter 7.500 Vollzeitbeschäftigten zeigt: Fast ein Viertel fühlte sich bei der Arbeit immer oder oft ausgebrannt, weitere 44 % manchmal.

Aber wie unterscheiden Sie echten Burnout von normaler Müdigkeit oder Stress? Die Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt Orientierung. Seit Ende Mai gilt Burnout offiziell als „Berufsphänomen“ nach der 11. Revision der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-11): „Burnout ist ein Syndrom, das als Folge von chronischem Stress am Arbeitsplatz konzipiert wurde, der nicht erfolgreich bewältigt wurde. Es ist durch drei Dimensionen gekennzeichnet: Gefühle von Energiemangel oder Erschöpfung; erhöhte mentale Distanz zur eigenen Arbeit oder Gefühle von Negativität oder Zynismus in Bezug auf die eigene Arbeit; und verminderte berufliche Wirksamkeit.“

Falls Sie bei diesen Kriterien nicken, ist das eine Chance. Für viele wird Burnout zum Weckruf für den richtigen Karriereweg.

„Sehen Sie diese Anzeichen als Daten und werden Sie neugierig“, rät Melody Wilding, lizenzierte Sozialarbeiterin und Coach für Leistungsträger. „Fragen Sie sich: ‚Was will mir das sagen? In welche neue Richtung möge ich gehen?‘ Nutzen Sie sie, um Erkenntnisse zu gewinnen.“

So verwandeln Sie Burnout in etwas Positives.

Was ist Burnout?

„Es ist normal, stressige Phasen bei der Arbeit zu haben und sich dadurch müde oder erschöpft zu fühlen“, erklärt Wilding. „Burnout unterscheidet sich durch seine Langanhaltendheit und Hartnäckigkeit.“

Achten Sie darauf, wie Sie sich nach einem langen Wochenende oder Urlaub fühlen. Wenn der Rückkehr ins Büro mit anhaltendem Stress, Erschöpfung, Distanz zur Arbeit, Zynismus und fehlender Motivation einhergeht, deutet das auf Burnout hin, betont Wilding.

Selbst bei großen Projekten mit hohem Stress ist ein Ende absehbar. Bei Burnout fehlt dieses Ende – besonders, wenn es länger als sechs Monate anhält, fügt Wilding hinzu.

Was tun gegen Burnout?

Wenn Sie Burnout erkennen, analysieren Sie die Ursachen, rät Wilding. Meist ist es eine Mischung aus persönlichen Gewohnheiten und der Arbeitsumgebung.

Der Vorteil: Eigene Gewohnheiten lassen sich ändern. Achten Sie auf Neigungen zur Überarbeitung, People-Pleasing, Ja-Sagen zu allem, spätes Fertigstellen von Projekten oder fehlende Grenzen. „Ohne Reflexion und neue gesunde Gewohnheiten wiederholen sich diese Muster im nächsten Job“, warnt Wilding.

Life-Coach Susie Moore empfiehlt, die Arbeitsbelastung bewusst zu reduzieren: Melden Sie sich nicht freiwillig für Extras, sagen Sie Nein zu Unwichtigem. Bei Schwierigkeiten hilft ein Karrierecoach oder Therapeut.

Auf Umgebungsebene prüfen Sie Job und Arbeitsplatz. „Burnout kann aus chronischer Unterforderung oder fehlender Autonomie entstehen“, sagt Wilding. „Überlegen Sie, was Sie erfüllt, und sprechen Sie mit Ihrem Chef über Anpassungen, die zu Ihren Stärken passen – für mehr Sinn und Engagement.“

Falls eine Rollenänderung nicht möglich ist, besprechen Sie Bedürfnisse wie mehr Support, Zeit oder flexible Feierabende, schlägt Moore vor.

Sollten Sie den Job wechseln?

Bei ausbleibenden Veränderungen nach Gesprächen mit dem Chef könnte ein Wechsel sinnvoll sein. Wiegen Sie den Schaden durch Burnout gegen das Risiko ab und definieren Sie Wünsche für die nächste Rolle – Job und Kultur inklusive.

„Erfahren Sie Teamgröße, Support, Kultur und ob Überstunden üblich sind“, rät Moore. „Passen Sie diese zu Ihnen?“

Unabhängig vom Entschluss priorisieren Sie Selbstfürsorge, betont Wilding: „Nehmen Sie externe Projekte oder Informational Interviews auf. Pflegen Sie Beziehungen, Sport, Ernährung und Hobbys. Diversifizieren Sie Ihr Selbstwertgefühl jenseits des Jobs.“

Seien Sie selbstmitfühlend: „Selbstvertrauen ist nicht perfekt, sondern willig“, sagt Moore. „Sie geben Ihr Bestes.“ Erinnert an vergangene Unsicherheiten – es wird gut ausgehen.