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Kalifornischer Richter fordert Krebswarnung auf Kaffee: Die Fakten zur Acrylamid-Kontroverse

Am 29. März 2018 urteilte ein kalifornischer Richter, dass alle Kaffeeunternehmen – von Röstereien und Einzelhändlern bis hin zu Distributoren – ihre Produkte mit einer Warnung vor Krebsgefahr kennzeichnen müssen.

Der Grund: Acrylamid, ein beim Rösten entstehendes Nebenprodukt. Studien an Nagetieren zeigen genetische Mutationen und Krebs, doch beim Menschen liegt die Evidenz anders. Laut National Cancer Institute (NCI) gibt es keinen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen diätetischem Acrylamid und Krebs beim Menschen. Risiken traten bei Kohlearbeitern auf, die Acrylamid einatmen. Menschliche und tierische Stoffwechselunterschiede sowie Variablen in der Ernährung erschweren klare Schlussfolgerungen.

Die Klage stammt vom Council for Education and Research on Toxics gegen Röster wie Starbucks. Diese hatten das kalifornische Gesetz umgangen, das Warnungen oder Reduktion von Acrylamid verlangt. Richter Elihu Berle wies die Argumente der Unternehmen zurück, wonach der Acrylamidgehalt zu gering sei, um relevant zu sein.

Trotz widersprüchlicher Forschung kritisieren Experten das Urteil. Das American Institute for Cancer Research (AICR) betont in einer Stellungnahme, dass Kaffee – inklusive Acrylamid – krebsschützend wirkt. Drei Ärzte, darunter Prof. Walter Willett von der Harvard T. H. Chan School of Public Health, unterstützen dies: „Humanstudien zeigen keine Verbindung zwischen Acrylamid und Krebs. Kaffee bietet vielmehr gesundheitliche Vorteile.“

Eine Berufung ist möglich, gelingt in Kalifornien jedoch selten, wie die Associated Press berichtet.