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Pandemie und Schlaf: Wir schlafen länger, aber nicht besser – Neue Studien enthüllen

Die COVID-19-Pandemie hat unseren Alltag tiefgreifend verändert – von der Tagesroutine über den Stresslevel bis hin zum Schlaf. Weltweit berichten Menschen von pandemiebedingten Träumen, doch frische Forschungsergebnisse zeigen: Das Coronavirus beeinflusst unseren Schlaf auf vielfältige Weise.

Zwei aktuelle Studien, eine der Universität Basel in der Schweiz und eine der University of Colorado Boulder in den USA, belegen: Wir schlafen mehr, aber die Qualität leidet.

Wie COVID-19 die Schlafqualität beeinflusst: Die Studien im Überblick

In der Schweizer Studie analysierten Forscher die Schlafmuster von Teilnehmern während der strengsten Quarantänephase in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie kombinierten Daten zu sozialen und biologischen Rhythmen mit selbstberichteten Angaben zur Schlafqualität.

Die US-Studie an der University of Colorado Boulder basiert auf Umfragen von 139 Studenten zur Schlafqualität vor und nach den Lockdowns, als der Unterricht online stattfand.

Die zentralen Erkenntnisse der Forschung

Beide Untersuchungen deuten hin: Mehr Zeit zu Hause führt zu längeren Schlafphasen, doch die Qualität sinkt. Zudem verringert sich der Unterschied zwischen Schlaf an Werktagen und freien Tagen – ein positiver Effekt, da der sogenannte „soziale Jetlag“ abnimmt. Dieser beschreibt das Nachholen von Schlaf am Wochenende.

„Normalerweise erwarten wir, dass ein Rückgang des sozialen Jetlags die Schlafqualität verbessert“, erklärt Christine Blume, Ph.D., Schlafforscherin und kognitive Neurowissenschaftlerin an der Universität Basel. „In unserer Stichprobe nahm sie jedoch ab.“

Die Boulder-Forscher fanden: Studenten blieben länger wach, schliefen aber insgesamt mehr – besonders jene, die zuvor zu wenig Schlaf abbekamen.

Blume ergänzt: „Die selbst wahrgenommene Belastung während der COVID-19-Lockdowns hat die Vorteile des reduzierten sozialen Jetlags vermutlich aufgehoben.“

Schlafqualität verbessern: Praktische Tipps von Experten

Kenneth Wright, Ph.D., von der University of Colorado Boulder, betont: Ein tieferes Verständnis der Ursachen könnte zukünftige Schlafinterventionen verbessern. Bis dahin helfen bewährte Maßnahmen bei Schlafproblemen.

Blume empfiehlt: Körperliche Aktivität im Freien, um Körper und Geist zu ermüden und den zirkadianen Rhythmus zu stärken. Ergänzend: Schlafunterstützende Mittel wie Magnesium* oder weniger Bildschirmzeit abends. Denn mehr Schlaf in der Pandemie ist gut – entscheidend ist, dass er erholsam ist.

Wenn Sie schwanger sind, stillen oder Medikamente einnehmen, konsultieren Sie Ihren Arzt, bevor Sie Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Ein Gespräch mit einem Gesundheitsfachmann ist immer ratsam.