DeuAq.com >> Leben >  >> Gesundheit

Apathie als zuverlässigerer Indikator für Demenzrisiko als Depression: Erkenntnisse aus neuer Cambridge-Studie

Demenz in ihren verschiedenen Formen betrifft schätzungsweise 5 Millionen (und zunehmend mehr) Menschen über 65 Jahre in den Vereinigten Staaten. Während die Erforschung von Ursachen und Behandlungen voranschreitet, gibt es derzeit keine Heilung oder effektive Therapie.

Behandlungen bei Demenz basieren maßgeblich auf Früherkennung. Forscher verfeinern daher kontinuierlich ihr Wissen über Risikofaktoren. Neueste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Depressionen als Risikoindikator neu bewertet werden sollten – stattdessen rückt Apathie als präziserer Prädiktor für Demenz in den Fokus.

Die komplexe Verbindung zwischen Apathie, Depression und Demenz

Laut einer Studie, die diese Woche im Journal of Neurology, Neurosurgery & Psychiatry erschienen ist, könnte die Annahme, Depressionen seien ein starker Demenz-Prädiktor, nicht ganz zutreffen. Die Experten empfehlen, Apathie – die oft in Depressions-Tests erfasst, aber nicht identisch damit ist – stärker zu berücksichtigen.

„Es gab viele widersprüchliche Forschungsergebnisse zum Zusammenhang zwischen Altersdepression und Demenz“, erklärt Dr. Jonathan Tay vom Department of Clinical Neurosciences in Cambridge. „Unsere Studie legt nahe, dass dies teilweise auf gängige klinische Depressionsskalen zurückzuführen ist, die nicht zwischen Depression und Apathie unterscheiden.“

Die Studie mit Beteiligung von Forschern der Universitäten Cambridge, King's College London, Radboud und Oxford umfasste Probanden aus Großbritannien und den Niederlanden. Die Teilnehmer wurden über Jahre hinweg regelmäßig auf Apathie, Depression und Demenz untersucht.

Apathie wird als Mangel an „zielgerichtetem Verhalten“ definiert und tritt häufig bei Patienten mit zerebraler Kleingefäßerkrankung (SVD) auf – Erkrankungen der kleinen Arterien, Arteriolen, Venolen und Kapillaren im Gehirn. SVD ist die häufigste Ursache für vaskuläre Demenz und eine gängige Schlaganfallursache.

In der Studie zeigten Patienten mit höherer oder zunehmender Apathie ein deutlich erhöhtes Demenzrisiko, während hohe oder zunehmende Depressionswerte keinen klaren Zusammenhang aufwiesen.

Trotz Ähnlichkeiten der Symptome verbinden MRT-Untersuchungen Apathie speziell mit Schäden im weißen Substanz-Netzwerk bei SVD-Patienten, im Gegensatz zu Depressionen.

„Dies impliziert, dass Apathie kein unabhängiger Risikofaktor für Demenz ist, sondern ein frühes Symptom für Schäden im Netzwerk der weißen Substanz“, sagt Tay. Solche SVD-bedingten Schäden bilden die Grundlage früher Demenzformen, die zu Apathie und kognitiven Defiziten führen.

Diese Forschung als Grundlage für gezieltere Diagnosen nutzen

Da es keine Heilung für Demenz oder SVD gibt, sind Früherkennung und Intervention entscheidend. Die Studie unterstreicht, dass die pauschale Nutzung von Depression als Indikator spezifischere Marker wie Apathie übersehen lässt.

„Die fortgesetzte Überwachung der Apathie kann Veränderungen im Demenzrisiko erfassen und die Diagnose verbessern“, erklärt Tay. „Personen mit hoher oder zunehmender Apathie sollten zu detaillierten Untersuchungen oder Therapien weitergeleitet werden.“

Diese Arbeit bietet einen wichtigen Ausgangspunkt für weitere Forschungen zu Apathie als Demenz-Vorbote und deren Einfluss auf Diagnose- und Behandlungsstrategien.

„Ein besseres Verständnis dieser Zusammenhänge könnte die Patientenversorgung zukünftig revolutionieren“, betont Tay.

Obwohl keine Heilung existiert, reduzieren einfache Maßnahmen wie Zeit mit Freunden verbringen, Sport treiben oder die sechs WHO-Empfehlungen das Demenzrisiko nachweislich langfristig.