Mit der Pandemie und dem Kampf um Rassengerechtigkeit fühlt sich die US-Wahl 2020 angespannter an als je zuvor. Viele Aktivitäten sind durch COVID-19 eingeschränkt, Erholung vom 24-Stunden-Nachrichtenzyklus und endlosen Doomscrolling in sozialen Medien erscheint schwieriger.
Neben Stress und Überforderung über das Wahlergebnis macht sich ein unterschätztes Gefühl breit: Einsamkeit.
Warum die Wahlzeit so einsam wirken kann
Wir kennen es alle: Ein harmloses Gespräch kippt politisch, die Stimmung heizt sich auf.
Politik ist eines der kontroversesten Themen unter Freunden, Familie und Kollegen. Alicia Muñoz, LPC, lizenzierte Paartherapeutin, erklärt gegenüber mbg: Viele meiden Politik, besonders bei unterschiedlichen Ansichten.
Doch das Vermeiden hat Konsequenzen.
„Während einer Wahl verbergen wir oft unsere tiefsten Überzeugungen, Ängste und Hoffnungen vor anderen, um Konflikte oder Angst zu vermeiden“, sagt Muñoz. „Oder wir leugnen ihre Bedeutung, um Unbehagen zu lindern. Das verstärkt Einsamkeit.“
Manche isolieren sich bewusst, um Konfrontationen zu umgehen, teilen weniger von ihrer inneren Welt. Es fühlt sich einsam an, wenn man von Wahlen stark belastet ist, während andere gelassen bleiben – Werteunterschiede werden spürbar, auch ohne Diskussionen.
Einsamkeit in Krisenzeiten
Diese Wahl fühlt sich besonders nah an. Psychotherapeut Ken Page, LCSW, betont: „Es herrscht tiefe Spaltung, Schmerz und Wut im Land – ergänzt durch die Pandemie.“
„Nach Monaten sozialer Distanz, Quarantäne, Unruhen und polarisierenden Medien ist die Wahl emotional explosiver“, fügt Muñoz hinzu. „Viele leben in Unsicherheit, ohne übliche Stützen wie Sport, Reisen oder Nähe.“
Experten warnen vor einer psychischen Gesundheitskrise durch die Pandemie. Muñoz: „Viele Nervensysteme sind chronisch aktiviert – hoher Stress, geringe emotionale Ressourcen.“
Studien zeigen: Vertrauen schützt vor Depressionen. Doch Wahlzeit vermeidet man oft echte Gespräche, was Einsamkeit und Probleme verschärft.
Was hilft dagegen
Crucial: Vertrauenspersonen finden, um Ängste, Hoffnungen und Wahlgefühle zu teilen, rät Muñoz. „Ihre inneren Prozesse – Vulnerabilität, Wut, Hoffnungslosigkeit – zu minimieren trennt von sich selbst.“
Fehlt ein Nahestehender, hilft Therapie. „Einsamkeit ist hart, aber heilbar durch einen Zuhörer in vulnerablen Momenten“, sagt sie.
Reflektieren Sie Unbehagen statt zu fliehen. „Kontrollierbare Schritte in Unsicherheit fördern Frieden und Verbundenheit“, erklärt Muñoz.
Zusammenfassung
Politische Differenzen sind unvermeidbar – im Büro, Chat oder bei Familienessen. Bekämpfen Sie Wahl-Einsamkeit: Bauen Sie einen Kreis auf, holen Sie professionelle Hilfe, kontrollieren Sie, was geht.