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Nachtragend sein: Warum es Ihrer Gesundheit schadet und wie Sie vergeben lernen

Nach Verletzungen und Kränkungen fällt es vielen schwer, anderen zu vergeben. Als Experten für psychische Gesundheit wissen wir: Nachtragend-Sein schadet Ihnen selbst mehr, als Sie denken. Hier erklären wir die Risiken und Wege zur Vergebung.

Vergeben und vergessen – für manche eine Selbstverständlichkeit, für andere eine Herausforderung. Nachtragende Menschen holen alte Konflikte immer wieder hervor, etwa mit Sätzen wie „Genau wie damals, als…“. Sie generalisieren: „Du tust immer das Gleiche.“ Eine echte Entschuldigung anzunehmen fällt ihnen schwer.

Ursachen reichen von Misstrauen durch negatives Selbstbild bis hin zu geringem Selbstwert oder schlechten Erfahrungen. Vergebung ist jedoch essenziell – nicht nur für die Psyche, sondern auch für den Körper.

Warum Vergeben die körperliche Gesundheit stärkt

Ein südkoreanisches Forscherteam analysierte über 100 Studien mit rund 58.000 Teilnehmern. Ergebnis: Vergebung wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus – unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildung oder sozialem Umfeld. Dauerhaft Nachtragendes birgt Risiken wie erhöhtes Cholesterin und Stresshormone.

Schritt-für-Schritt zum Vergeben

Vergeben ist machbar und tut gut. Probieren Sie diesen bewährten Ansatz:

  1. Klären Sie, wem und warum Sie vergeben möchten.
  2. Spüren Sie nach: Welche Gefühle haben Sie? Drücken Sie sie ehrlich aus.
  3. Visualisieren Sie Vorteile: Wandeln Sie Wut in Frieden, Trauer in Freude um.
  4. Nehmen Sie die Vergebung an – für Ihre Freiheit und inneren Frieden.

    Wichtig: Vergebung billigt Taten nicht gut. Sie befreit Sie. Bei sexuellem, körperlichem oder emotionalem Missbrauch priorisieren Sie Selbstschutz. Organisationen wie NetzwerkBPlus raten: Nicht jede Vergebung heilt.

    Weitere bewährte Tipps gegen Nachtragend-Sein

    • Stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein. Nehmen Sie Kritik nicht persönlich. Konstruktive hilft Ihnen wachsen – seien Sie dankbar. Bei Beleidigungen bleibt Ihr Selbstwert unberührt. Bauen Sie Resilienz auf, wie Neurowissenschaftler Joachim Bauer empfiehlt: Ein starkes inneres Selbst verarbeitet Kränkungen gesund.
    • Hören Sie aktiv zu. Manches ist nicht böse gemeint, sondern missverstanden. Klären Sie nach, statt zu grollen.
    • Üben Sie Empathie. Versetzen Sie sich in die Lage anderer. Denken Sie an eigene Fehler und Vergebung, die Sie erhielten. So entsteht Respekt und Fairness.
    • Leben Sie im Jetzt. Vergangenheit festhalten macht depressiv, warnt der Deutschlandfunk. Lassen Sie los, schauen Sie vorwärts – für inneren Frieden.