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Studie der UC San Francisco: Starker Geruchssinn senkt Demenzrisiko deutlich

Die Demenzforschung macht Fortschritte bei der Identifikation früher Warnsignale und Ursachen. Eine neue Studie von Expert:innen der University of California in San Francisco (UCSF) belegt einen starken Zusammenhang zwischen der Geruchsfähigkeit und dem Demenzrisiko.

Der Zusammenhang zwischen Geruchssinn und Demenz

In dieser Langzeitstudie wurden fast 1.800 Teilnehmer über 10 Jahre beobachtet. Die Ergebnisse zeigen: Ein anhaltend starker Geruchssinn geht mit einem deutlich geringeren Demenzrisiko einher. Auch andere Sinne wie Hören und Sehen wurden geprüft, doch der Geruchssinn wies die stärkste Korrelation auf.

Zu Studienbeginn waren alle Teilnehmer demenzfrei. Nach 10 Jahren hatten 18 % (328 Personen) Demenz entwickelt. Unter ihnen behielten nur 83 einen guten Geruchssinn, während 141 einen schwachen aufwiesen.

Der Geruchssinn wurde mit Düften wie Rose und Zitrone getestet. Schon ein Rückgang um 10 % erhöhte das Demenzrisiko um 19 %.

Die Studie stellt einen Zusammenhang fest, erklärt ihn jedoch nicht kausal. Experten vermuten Einfluss spezifischer Gehirnregionen, die bei Demenz früh geschädigt werden.

"Der Riechkolben, zentral für den Geruchssinn, ist früh im Demenzverlauf betroffen", erklärt Willa Brenowitz, Ph.D., Erstautorin der Studie. "Geruch könnte ein präklinischer Indikator sein, während Hören und Sehen eher fördernd wirken."

Auswirkungen auf Behandlung und Forschung

Forscher:innen sehen im Geruchssinn ein potenzielles Frühwarnsignal. Sensorische Einschränkungen könnten zudem aktiv zur Demenzentwicklung beitragen.

"Sensorische Defizite könnten auf Neurodegeneration hinweisen oder dieselben Prozesse wie kognitive Beeinträchtigungen teilen – etwa durch Schlaganfälle, soziale Isolation, eingeschränkte Mobilität oder psychische Belastungen", ergänzt Brenowitz.

Teilnehmer mit Rückgängen in mehreren Sinnen entwickelten häufiger Demenz.

"Selbst leichte multisensorische Beeinträchtigungen erhöhen das Risiko erheblich", betont leitende Autorin Kristine Yaffe, M.D. "Dies markiert eine Hochrisikogruppe für präventive Maßnahmen vor Demenz-Ausbruch."

Diese Erkenntnisse ergänzen das Bild potenzieller Risikofaktoren, neben Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und allgemeinem Gesundheitszustand. Frühe Diagnose ist entscheidend. Präventiv helfen mediterrane Ernährung, soziale Kontakte und regelmäßige Bewegung.