Ich komme direkt zum Punkt: Schönheit und Äußerlichkeiten sind tatsächlich einige der unwichtigsten Aspekte unseres Selbst – auch wenn die Gesellschaft uns täglich das Gegenteil einredet und uns Glauben macht, dass Optik der Schlüssel zu einem besseren Leben und Glück ist.
Das Problem mit Komplimenten über das Aussehen
Wir werden ständig mit dieser oberflächlichen Botschaft überflutet. Es scheint harmlos und nett, jemandem über sein Aussehen zu schmeicheln. Manche freuen sich sogar darüber, weil sie den gesellschaftlichen Druck internalisiert haben.
Bei Komplimenten geht es meist um gute Absichten: Jemanden aufbauen, freundlich sein. Doch Komplimente über den Körper einer Frau verstärken leider ihr Körperbewusstsein, fördern Selbstobjektivierung und ständige Selbstkontrolle. Eine Fixierung auf Äußerlichkeiten reduziert Menschen auf Objekte und suggeriert, der Körper sei wichtiger als die Person darin.
Auch mit guten Absichten
Ich habe immer skeptisch Kampagnen betrachtet, die allen Frauen – besonders denen am Rand der Mainstream-Erwartungen – einreden, sie seien schön. Was, wenn Schönheit gar nicht zählen müsste? Indem wir Äußerlichkeiten kommentieren, verstärken wir erneut: Aussehen ist entscheidend.

Die besseren Komplimente
Es gibt Momente für lobende Worte zum Aussehen, wie bei einem neuen Haarschnitt, über den sich jemand freut. Doch wir müssen den automatischen Fokus auf Oberflächliches durchbrechen.
Bestätigung durch Kollegen, Freunde oder Fremde sollte über körperliche Attribute hinausgehen. Echte, nachdenkliche Komplimente haben nichts mit dem Körper zu tun – Beziehungen zu unserem Körper sind komplex genug.
Hier sind bewährte Tipps für Komplimente, die Menschen als Ganzes stärken:
- Konzentrieren Sie sich auf Fähigkeiten und Leistungen – was der Körper kann, nicht wie er aussieht.
- Bleiben Sie bei Qualitäten wie Freundlichkeit, Stärke, Intelligenz, Entschlossenheit, Ruhe, Kraft, Inspiration, Tiefe, Neugier oder Geduld. Diese immateriellen Werte verdienen Anerkennung.
- Berücksichtigen Sie die Perspektive anderer. Jeder hat eine einzigartige Körperbeziehung – vermeiden Sie, eigene Ideale aufzuzwingen.
Auch wenn andere Ihren Körper kommentieren: Stehen Sie dazu und lassen Sie es abprallen. Wer sich nicht als Objekt sieht, nimmt solchen Worten die Macht. Unser Aussehen definiert nicht, wer wir sind.