Ein Hauch frisch gebackener Kekse weckt oft unbändigen Appetit. Doch eine Studie der University of South Florida zeigt: Zwei Minuten Riechen an der Versuchung kann helfen, sie zu überwinden und die gesündere Alternative zu wählen.
Im Experiment boten Forscher den Probanden Wahlen an: Kekse oder Erdbeeren, Pizza oder Apfel. Wer nur kurz an der ungesunden Option roch, griff häufiger dazu. Überraschend: Nach mehr als zwei Minuten Riechen entschieden sich fast alle für das Gesunde – ein Beweis für die enge Verbindung von Geruch, Gehirn und Appetit.
Subtile "Umgebungsdüfte" beeinflussen unsere Entscheidungen maßgeblich. Die Wissenschaftler sehen Potenzial zur Prävention von Fettleibigkeit, die derzeit 17 Prozent der US-Kinder betrifft. Könnte ein Duft Junk-Food-Gelüste zügeln und gesunde Optionen fördern?
Der Effekt hielt auch außerhalb des Labors an. In einer Mittelschul-Cafeteria wählten Schüler bei Pizza-Duft 21 Prozent ungesunde Speisen; bei Apfelduft stieg dies auf 37 Prozent.
Ähnlich im Supermarkt: Bei Keksduft kauften 29,5 Prozent Erwachsene Ungesundes, bei Erdbeerduft 45 Prozent. Erklärung: Gerüche gesunder Lebensmittel triggern im Gehirn keine Belohnung, sodass Heißhunger ungestillt bleibt.
Kein Pizza-Parfüm nötig – diese Forschung mahnt zur Achtsamkeit bei Düften und Gewohnheiten. Pausieren und riechen kann die gesunde Wahl erleichtern, im wörtlichen und übertragenen Sinn.