Brustschmerzen oder Angina pectoris sind ein typisches Symptom bei Herzerkrankungen, verursacht durch unzureichenden Blutfluss zum Herzen. Eine neue Studie der American Heart Association zeigt: Psychischer Stress spielt eine entscheidende Rolle – und spezifische Gehirnaktivität kann den Ausbruch vorhersagen.
Die im Fachjournal Circulation: Cardiovascular Imaging veröffentlichte Untersuchung analysierte Gehirnscans von 148 Erwachsenen mit koronarer Herzkrankheit. Bei psychischem Stress zeigten Betroffene erhöhte Aktivität im unteren Frontallappen des Gehirns und berichteten von intensiveren Brustschmerzen.
Die Verbindung zwischen psychischer Gesundheit und Brustschmerzen
Frühere Studien deuteten auf einen Link zwischen Stress und Angina pectoris hin, ohne genaue Erklärungen. Um dies zu klären, unterzogen die Forscher die Teilnehmer mentalen Belastungstests, Gehirn- und Herzscans sowie einer kontinuierlichen Überwachung der Brustschmerzen.
Besonders auffällig: Erhöhte Aktivität im unteren Frontallappen, der für emotionale Regulation und Stressreaktionen zuständig ist. Die Probanden füllten Fragebögen zu Brustschmerzen und Herzaktivität aus – zunächst als Basis und zwei Jahre später zur Nachuntersuchung.
Die Analyse ergab: Patienten mit stärkeren Stress-induzierten Brustschmerzen wiesen konsistent höhere Aktivität in dieser Gehirnregion auf. Dies hielt auch im zweijährigen Follow-up an.
„Wir waren überrascht von der Stärke der Beziehung zwischen Aktivität in dieser Gehirnregion und der Häufigkeit der Brustschmerzen“, erklärt Leitforscher Amit J. Shah, M.D., MSCR, in einer Pressemitteilung. „Ebenso fehlt eine Verbindung zu herkömmlichen Faktoren wie Herzabbildungen, die bei Angina-Behandlungen zentral sind.“
Wie hilft das Herzpatienten?
Diese Ergebnisse unterstreichen: Stressmanagement muss in Behandlungspläne einfließen.
„Die drei Hauptfaktoren für Angina-Häufigkeit waren stressbezogen – Gehirnaktivierung, depressive Symptome und PTSD-Anzeichen“, betont Shah. „Normalerweise fokussieren wir uns auf den Herzblutfluss, übersehen aber Stress als Ursache.“
Trotz starker Korrelation ist keine direkte Kausalität bewiesen. Dennoch: Stressreduktion ist immer ratsam.