Der durchschnittliche Erwachsene verbringt rund 6,5 Stunden täglich sitzend – sei es am Schreibtisch oder beim Netflix-Marathon. Zahlreiche Studien verbinden dieses Verhalten mit Gesundheitsrisiken wie Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Diabetes und Fettleibigkeit. Besonders alarmierend: Regelmäßiges Sitzen erhöht das Depressionsrisiko.
Der Zusammenhang zwischen Sitzen und Depressionen
Eine Studie zeigte, dass Depressionssymptome bei Frauen, die täglich sieben oder mehr Stunden sitzen, dreimal häufiger auftreten. Arbeitnehmer, die viel am Schreibtisch festsitzen, schneiden in Tests zur psychischen Belastung oft schlechter ab.
In der 2020 in The Lancet Psychiatry publizierten Studie hingegen war bei Jugendlichen zusätzliche 60 Minuten leichte Aktivität mit 12 Jahren mit 10 % weniger depressiven Symptomen mit 18 verbunden. Aaron Kandola, Doktorand am University College London und Mitautor, ist überzeugt: Auch Erwachsene profitieren psychisch von weniger Sitzzeit.
Die Vorteile leichter Bewegung
„Körperliche Aktivität wirkt tiefgreifend auf das Gehirn und verbessert seine Funktionen“, erklärt Kandola. „Sie mindert Entzündungen und Stressfaktoren, die mit Depressionen einhergehen.”
Eine aktuelle Studie im American Journal of Preventive Medicine belegt: Leichte Aktivitäten sind mit weniger Stress, besserer Stimmung und niedrigerem BMI assoziiert – im Vergleich zu langen Sitzphasen.
Im Gegensatz zu intensivem Training, das viele Forschungen untersuchen, betonen Co-Autor Jacob D. Meyer, PhD, Assistenzprofessor und Leiter des Labors für Wohlbefinden und Bewegung an der Iowa State University: Selbst „leichte“ Aktivitäten wie Gehen, Abwaschen oder Wäschefalten schlagen Sitzen um Längen, wenn es um Stimmungsaufhellung geht.
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„Mehr leichte Aktivitäten könnten Menschen insgesamt aktiver machen und damit die Stimmung heben“, sagt Meyer. „Oder Sitzen, etwa vorm Fernseher, ist schlicht eine Stimmungstäler – jede Alternative wirkt besser.”
Sie können nicht immer zu Fuß pendeln, doch integrieren Sie Bewegung: Walking-Meetings, Gartenarbeit statt TV oder Bügeln beim Telefonieren. Ein Stehpult lohnt sich: Eine Studie in Preventive Medicine fand verbesserte Stimmung und mehr Kalorienverbrauch.
Schlaf statt Sitzen
Sogar Schlaf statt Sitzen reduziert Stress und hebt die Stimmung – Meyers Erwartung. „Schlaf löst Muskeln ähnlich wie Sitzen, doch Gehirnprozesse machen den Unterschied. Mehr Schlaf statt Sitzen wirkt positiv auf Psyche und Stress.”
Das Fazit
„Diese Forschung zeigt, wie Alltagsänderungen körperlich und mental wirken“, fasst Meyer zusammen. „Kein Marathon nötig: Leichte Aktivitäten oder Stehen reichen oft aus, um die geistige Gesundheit zu stärken.”
Starten Sie ruhig ambitioniert, aber kleine Schritte zählen enorm.