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Durchbruch: Neuer Bluttest unterscheidet Alzheimer frühzeitig von frontotemporaler Demenz

Ältere Erwachsene, die häufiger Dinge verlegen oder Termine vergessen, befürchten oft Demenz oder Alzheimer (AD). Doch eine wegweisende Studie der University of California in San Francisco (UCSF) zeigt: Ein einfacher Bluttest kann harmlose Gedächtnislücken von ernsthaften kognitiven Störungen unterscheiden.

Eine im renommierten Nature Medicine veröffentlichte Untersuchung bewies, dass dieser Test – falls zugelassen – leichte kognitive Beeinträchtigungen und Alzheimer von frontotemporaler Demenz (FTD) präzise trennt.

Was ergab die UCSF-Studie?

Die Forscher analysierten Blutproben von 56 Alzheimer-Patienten, 47 Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung, 190 FTD-Betroffenen und 69 Gesunden. Alle Probanden waren 58 bis 70 Jahre alt. Gemessen wurde der pTau181-Wert – ein Proteinmarker.

Bei Alzheimer-Patienten verheddert sich pTau181, was es zu einem zuverlässigen Indikator macht. Die Werte waren dort 3,5-mal höher als bei Gesunden. FTD-Patienten zeigten hingegen normale Tau-Spiegel, was Verwechslungen mit Alzheimer verhindert – ein häufiges Problem in der Praxis.

Was ist frontotemporale Demenz?

FTD umfasst neurodegenerative Erkrankungen mit Degeneration der Frontal- und Schläfenlappen. Betroffene haben oft Verhaltensstörungen, emotionale Probleme, Sprachschwierigkeiten oder Entscheidungsschwächen. Laut UCSF-Pressemitteilung ist FTD bei unter 65-Jährigen ebenso häufig wie Alzheimer.

Warum ist dieser Bluttest ein Meilenstein?

Bisher erfordern Alzheimer-Tests teure MRTs oder invasive Lumbalpunktionen. Ein Bluttest könnte hingegen routinemäßig im Arztzimmer in Minuten erfolgen. So verstehen mehr Betroffene ihr Risiko, melden sich früher für Studien und profitieren von neuen Therapien.

„Frühe Alzheimer-Diagnose ist entscheidend für Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung, die möglicherweise bereits AD haben“, erklärt Leitautor Adam Boxer, M.D., Ph.D. von UCSF. „Sie reagieren besser auf innovative Behandlungen.“

Die Zulassung steht aus, doch die Forscher erwarten den Einsatz in Praxen innerhalb von fünf Jahren. Bis dahin: Schützen Sie Ihr Gehirn mit Ausdauersport, geistig anregenden Aktivitäten und hirngerechten Lebensmitteln.