Eine Ambrosia-Allergie äußert sich häufig wie ein starker Heuschnupfen – oder führt zu noch intensiveren Beschwerden. Als Experten erklären wir, warum diese invasive Pflanze so gefährlich ist und wie Sie die Symptome gezielt behandeln können.
Ambrosia-Allergie: Immer mehr Betroffene
Ambrosia, auch bekannt als Beifußblättriges oder Aufrechtes Traubenkraut, gehört zur Familie der Korbblütler. Ursprünglich aus Nordamerika stammend, wurde sie im 19. Jahrhundert nach Europa eingeschleppt. Seither breitet sie sich rasant aus – hauptsächlich durch verunreinigte Vogelfutter- und Saatgut-Mischungen.
Was macht Ambrosia so bedrohlich?
- Schon eine Dichte von etwa 10 Ambrosiapollen pro Kubikmeter Luft reicht für allergische Reaktionen – bei Birkenpollen wäre die zehnfache Menge erforderlich.
- Eine einzige Pflanze produziert eine Milliarde Pollen und bis zu 60.000 Samen. Diese Samen bleiben jahrzehntelang keimfähig, was eine vollständige Bekämpfung erschwert.
- Sogar Menschen ohne vorherige Pollenallergie können betroffen sein. In Deutschland leiden mittlerweile rund 12 Prozent der Bevölkerung darunter.
In Deutschland tritt Ambrosia vor allem in Berlin, Südbrandenburg und Süddeutschland auf. Sie wuchert unauffällig auf Brachflächen, Verkehrsinseln, Straßenrändern oder als Unkraut auf Äckern.
Symptome einer Ambrosia-Allergie
Bei Kontakt mit Ambrosiapollen zeigen sich die klassischen Pollenallergie-Symptome verstärkt. Die feinen Pollen dringen tief in die Bronchien vor und provozieren oft Asthma-Anfälle.
Beim ersten Kontakt kann eine Sensibilisierung entstehen. Beim nächsten Mal treten typische Anzeichen auf:
- häufiges, wiederholtes Niesen
- Nasenjucken
- verstopfte oder laufende Nase
- Atembeschwerden durch die Nase
- tränende, brennende und juckende Augen durch allergische Bindehautentzündung
- Asthmaanfälle mit trockenem Husten, Atemnot und Luftmangel
- bei Hautkontakt: gerötete, juckende Hautstellen und Ekzeme
Die Blüteperiode reicht von Juli bis Oktober – eine lange Pollenzeit, die die Ausbreitung begünstigt.
Eine Studie des Helmholtz-Zentrums München zeigt: Abgasen ausgesetzte Ambrosia-Pollen wirken aggressiver. An Straßenrändern verstärken sie so die Reaktionen.
Ambrosia-Allergie behandeln
Spezifische Mittel gegen Ambrosia-Allergie gibt es nicht. Linderung bringen bewährte Maßnahmen gegen Heuschnupfen:
- Gegen juckende Nase: Dampfbäder befeuchten und reinigen die Schleimhäute.
- Bei Augenreizungen: Sud aus Augentrost als Maske oder Spülung.
- Vermeiden Sie histaminreiche Lebensmittel wie Konserven, Fertigprodukte, geräucherten Fisch, Würste, Käse, Sojaprodukte oder Obst wie Erdbeeren, Ananas und Orangen.
- Montieren Sie Pollenschutzgitter an Fenstern, um Pollen fernzuhalten.
Apotheken bieten rezeptfreie Antihistaminika, antiallergische Augentropfen und abschwellende Nasensprays. Konsultieren Sie immer einen Arzt. Bei starkem Asthma: Asthma-Spray auf Rezept.
Diese lindern nur Symptome. Für Heilung eignet sich die Immuntherapie (Hyposensibilisierung), die das Immunsystem schrittweise an das Allergen gewöhnt. Lassen Sie sich beraten.
Ambrosia-Allergie vorbeugen
Die beste Prävention: Ausbreitung stoppen.
Erkennen: Bis 130 cm hoch, gefiederte Blätter wie Beifuß, längliche Blütenstände, rötliche, behaarte Stängel.
Garten: Pflanzen mit Wurzel entfernen, im Restmüll entsorgen – nie in Biomü ll oder Kompost. Handschuhe tragen.
Stadt: Melden Sie Vorkommen ans Grünflächen- oder Pflanzenschutzamt. In Orten wie Berlin wird großflächig bekämpft.