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Herzrisiko erhöht Demenzgefahr: Langzeitstudie offenbart Zusammenhang zwischen Herz- und Gehirngesundheit

Als Kardiologen und Neurowissenschaftler wissen wir: Herz und Gehirn sind eng verknüpft. Eine aktuelle Studie im Journal of the American College of Cardiology bestätigt dies eindrucksvoll – Menschen mit erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigen einen schnelleren kognitiven Abbau.

So entstand die Studie und was sie ergab

Forscher beobachteten über 21 Jahre 1.588 demenzfreie ältere Erwachsene. Zu Studienbeginn ermittelten sie den Framingham-Risiko-Score für schwere koronare Herzkrankheit – eine bewährte Methode, die die Herzinfarktwahrscheinlichkeit in 10 Jahren anhand von Alter, Cholesterin und Blutdruck berechnet. Jährlich testeten sie die Kognition der Teilnehmer, darunter Gedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit.

Das Ergebnis: Höhere kardiovaskuläre Risiken korrelierten mit rascherem Verlust von episodischem Gedächtnis, Arbeitsgedächtnis und Wahrnehmungsgeschwindigkeit. Zudem zeigten Betroffene einen kleineren Hippocampus und weniger graue Substanz – klassische Alzheimer-Marker.

„Ohne effektive Demenztherapien müssen wir kardiovaskuläre Risiken strikt überwachen und kontrollieren, um die kognitive Gesundheit im Alter zu schützen“, betont Weili Xu, Ph.D., Mitautorin der Studie. „Vor dem Hintergrund steigender Demenzfälle weltweit haben unsere Ergebnisse hohe klinische und öffentliche Relevanz.“

Kein Einzelfall: Herz- und Gehirngesundheit hängen zusammen

Diese Studie reiht sich in eine Reihe von Erkenntnissen ein. Der genaue Mechanismus bleibt ungeklärt, doch gestörter Blutfluss spielt eine Schlüsselrolle.

„Alles, was Ihre Blutgefäße schädigt oder den Blutfluss zum Herzen behindert, trifft auch das Gehirn“, erklärt Daniel Amen, M.D., Facharzt für Psychiatrie. „Herzpflege ist essenziell für geistige Fitness – und umgekehrt.“

Praktische Konsequenzen für Ihre Gesundheit

Weltweit leiden rund 50 Millionen Menschen unter Demenz. Genetik ist ein Faktor, doch Lebensstil entscheidet maßgeblich. Diese Studie unterstreicht: Herzschonende Maßnahmen wie regelmäßiger Sport, ausgewogene Ernährung, moderater Alkoholkonsum und Rauchverzicht fördern nachweislich die Gehirngesundheit.