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Warum Trostessen so verlockend wirkt – und wie Sie diese Gewohnheit durchbrechen: Eine Neuroligin erklärt

Stellen Sie sich vor: Sie fühlen sich niedergeschlagen, gestresst oder einfach nur down, und Sie greifen zu etwas Süßem – vielleicht einem Schokoriegel, einer Schüssel Eis oder einem klebrigen Schokoladenkeks. Oder es lockt etwas Herzhaftes wie eine Tüte Chips. Es fühlt sich wunderbar an! Die negativen Emotionen verschwinden für einen glückseligen Moment, während Sie Zucker und Salz genießen, nach denen sich Ihr Körper sehnt. Doch dann kommt der Absturz: Sie fühlen sich benommen, träge und wieder down. Dieses einst so tröstliche Trostessen löst nun Unbehagen aus. Warum nur haben Sie danach gegriffen?

Wie die staatlich geprüfte Neuroligin und MS-Spezialistin Mitzi Joi Williams, M.D., in der neuesten Folge des mindbodygreen-Podcasts erläutert, gibt es triftige neurologische Gründe, warum Trostessen kurzfristig Freude bereitet – und warum Sie immer wieder danach verlangen. Hier erfährt man, was in Ihrem Gehirn dabei geschieht.

Warum Trostessen das Gehirn so anspricht

Bevor wir tiefer eintauchen: Die Feiertage stehen bevor, und ein paar kleine Genussmomente sind erlaubt. Genießen Sie, was Sie glücklich macht – sei es ein frostiger Nachtisch, der die festliche Stimmung hebt. Wir alle brauchen in dieser Zeit mehr Freude, wie auch immer sie für Sie aussieht.

Doch warum wirken diese Lebensmittel so tröstlich? Williams betont: Es geht weniger um die Snacks selbst, sondern um die damit verbundenen Erinnerungen. "Vieles basiert auf konditionierten Verhaltensmustern", erklärt sie. Denken Sie zurück: Als Kind haben Süßigkeiten Sie glücklich gemacht. "Wir greifen zu Dingen, die uns früher ein gutes Gefühl gegeben haben, und wiederholen diese Verhaltensweisen", sagt Williams. Jedes Mal, wenn Sie diese Leckerei essen, weckt Ihr Gehirn Kindheitserinnerungen – inklusive der positiven Neurochemikalien wie Endorphinen.

"Jedes Mal, wenn Endorphine freigesetzt werden, verstärkt sich dieses Muster im Gehirn. Wir wiederholen Verhaltensweisen, die diese Chemikalien triggern – ob gut oder schlecht für uns. Der Effekt ist kurzlebig", fügt sie hinzu.

So brechen Sie die Gewohnheit

Die große Frage: Wie trainiert man das Gehirn um? "Achtsamkeit ist der Schlüssel", sagt Williams. "Achten Sie auf Ihr Verhalten, handeln Sie nicht automatisch und ersetzen Sie negative Muster durch positive." Spüren Sie den Drang zu Trostessen? Pausieren Sie und fragen Sie sich: Genießen Sie wirklich den Geschmack jedes Bissens, oder geht es nur um den vertrauten Kick?

Geben Sie den Wurzeln Ihrer Gewohnheiten nach. "Meine Süßigkeitenliebe stammt aus der Kindheit", teilt Williams. "Süßigkeiten waren Leckereien, die ich mit meinen Eltern teilte – ein kleines nächtliches Geheimnis mit meinem Vater." Für sie verbanden sich Süßes mit kindlicher Freude und Nähe. Statt zu naschen, ruft sie ihren Vater an, um diese Verbundenheit neu zu spüren. "Gewohnheiten unterbrechen und durch positive Alternativen ersetzen ist entscheidend", betont sie.

Das bedeutet nicht, auf Trostessen komplett zu verzichten. Ab und zu macht ein süßer Bissen glücklich – genießen Sie ihn bewusst! Erkennen Sie nur, wann Sie Essen nutzen, um emotionale Lücken zu füllen, statt das Erlebnis selbst zu schätzen. "Manche vertragen moderate Mengen, andere brauchen kalten Entzug und schrittweise Wiedereinführung. Finden Sie, was zu Ihnen passt", rät Williams.

Schließlich: Ihr Körper gewöhnt sich an das, was Sie ihm geben. "Viel Trostessen schürt den Heißhunger darauf, während gesunde Ernährung ähnliche Gelüste weckt."

Das Wichtigste im Überblick

Trostessen verdient seinen Namen durch konditionierte Verhaltensmuster. Mit Achtsamkeit verstehen Sie, was Sie wirklich antreibt – und gewinnen Kontrolle zurück.

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