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Alzheimer bei Männern und Frauen: Geschlechtsspezifische Risiken und bewährte Präventionsstrategien von Expertin Lisa Mosconi

Die Alzheimer-Krankheit betrifft in den USA bereits rund 6 Millionen Menschen, mit einer Prognose von 15 Millionen Betroffenen bis 2050 – das entspricht der Bevölkerung von New York, Chicago und Los Angeles zusammen.

Lisa Mosconi, Ph.D., Neurowissenschaftlerin, Ernährungswissenschaftlerin und stellvertretende Direktorin der Alzheimer-Präventionsklinik am Weill Cornell Medical College, beleuchtet eine oft übersehene Nuance: Fast zwei Drittel der Patienten sind Frauen. „Auf jeden an Alzheimer erkrankten Mann kommen zwei Frauen“, erklärt sie im mindbodygreen-Podcast.

Warum ist das Risiko bei Frauen höher? Mosconi erforscht diese Frage intensiv – und nein, es liegt nicht nur an der längeren Lebenserwartung. Wir besprechen die geschlechtsspezifischen Unterschiede detailliert.

Alzheimer-Risiken bei Männern

Der größte Risikofaktor für Männer ist es, Single zu sein. Studien zeigen: Unverheiratete Männer haben ein deutlich höheres Risiko für kognitiven Abbau. Mosconi betont, dass ein starkes soziales Netzwerk – sei es durch Ehe, Partnerschaft oder enge Beziehungen – schützend wirkt.

„Männer brauchen körperliche Nähe in einer Beziehung“, sagt sie. „Eine pflegevolle Partnerschaft fördert die Gesundheit nachweislich.“ Partner sorgen oft für gesunde Ernährung, regelmäßige Arztbesuche und mehr Bewegung – Faktoren, die das Gehirn langfristig stärken.

Alzheimer-Risiken bei Frauen: Der hormonelle Faktor

Bei Frauen steht die hormonelle Gesundheit im Vordergrund, insbesondere die Menopause. „In den Wechseljahren sinkt die Gehirnenergie, was mit Amyloid-Plaques korreliert“, erläutert Mosconi. Weibliche Hormone wirken wie "Superkräfte" für das Gehirn; ihr Verlust macht es anfälliger, während Testosteron bei Männern stabil bleibt.

Frauen sollten ab Mitte 40 ihre Hormonlage prüfen und ggf. eine Therapie in Betracht ziehen. „Die Menopause ist der kritische Wendepunkt“, warnt Mosconi. „Frühe Intervention schafft eine starke Basis für Alzheimer-Prävention.“

Mosconis evidenzbasierter Alzheimer-Präventionsplan

Optimierung der Hormone durch Ernährung und Lebensstil ist machbar und entscheidend, besonders für Frauen. Hier die Top-Tipps von Mosconi:

1. Mediterrane Diät einhalten

Die Mittelmeerdiät ist der Goldstandard für Gehirngesundheit. Reich an Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchten und Omega-3-Fettsäuren (DHA/EPA) aus Fisch schützt sie vor Alzheimer. „Besonders Frauen profitieren: Weniger kognitiver Abbau, Depressionen, Herzkrankheiten, Schlaganfall, Krebs und Hitzewallungen“, bestätigt Mosconi.

2. Endokrin wirksame Chemikalien (EDCs) meiden

EDCs in Plastik stören Östrogen und sind riskant, vor allem für Schwangere und junge Mädchen. Vermeiden Sie Plastik im Haushalt, besonders beim Erhitzen – auch BPA-freie Produkte leaken Chemikalien. Greifen Sie zu Glas statt Plastik.

3. Kaffee moderat genießen

Zwei Tassen Kaffee täglich senken das Alzheimer-Risiko optimal – weder null noch übertrieben viel. Frauen: Berücksichtigen Sie den Zyklus; Progesteron hemmt Koffein im zweiten Teil, Östrogen verstärkt es im ersten. Bleiben Sie im "Sweet Spot" für Herz und Schlaf.

4. Früh und regelmäßig trainieren

Lebenslange Fitness halbiert das Demenzrisiko im Alter. HIIT, Yoga oder Spaziergänge wirken nachhaltig. „Investieren Sie früh in Bewegung“, rät Mosconi.

Alzheimer ist furchterregend, doch Expertinnen wie Mosconi zeigen Wege zur Prävention. Personalisierte Ansätze berücksichtigen Geschlechtsunterschiede und sind entscheidend für kognitive Gesundheit.

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