Kriebelmücken beißen schmerzhafter als Stechmücken und tun es lautlos. Als Insektenexperten teilen wir fundierte Infos, damit Sie sich optimal schützen und Stiche richtig behandeln können.
Kriebelmücken und ihr Vorkommen
Auf den ersten Blick ähneln Kriebelmücken gewöhnlichen Fliegen. Die aus Skandinavien stammenden Insekten messen zwei bis sechs Millimeter und gibt es in Deutschland mittlerweile in rund 50 Arten.
Diese buckeligen Fliegen haben scharfe Zähne, mit denen sie beißen – ihre "Stiche" sind also Bisse. Vorzugsweise attackieren sie Kühe und Pferde auf der Weide, erwischen aber auch Menschen. Sie nähern sich geräuschlos und ohne spürbare Berührung. Sobald sie sich auf der Haut niederlassen, ritzen sie kleine Wunden, in denen sich Blut sammelt, das sie aufsaugen. Gleichzeitig betäuben sie die Stelle leicht, weshalb der Biss erst verzögert spürbar wird.
Kriebelmücken finden sich hauptsächlich auf dem Land, besonders nahe fließender Gewässer. Dort legen sie im Frühjahr Eier. Die Larven gedeihen bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit – daher plagen sie uns im Sommer am meisten.
Richtig handeln bei einem Kriebelmückenstich
Bei einem Biss sofort reagieren: Durch den Blutkontakt besteht Infektionsrisiko. Kratzen verstärkt dies und kann im Extremfall zu Blutvergiftung führen.
Kühlen Sie die Stelle umgehend mit Kühlpacks – das lindert Juckreiz und Schwellung. Klassische Hausmittel gegen Moskitos wie Spucke helfen ebenfalls. Aufgeschnittene Zwiebeln desinfizieren die Wunde effektiv.
Bei Bedarf: antiallergische Gele oder Cremes mit Hydrocortison aus der Apotheke. Niemals kratzen!
Bei starken Schwellungen, roten Streifen zur Körpermitte oder Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost, Kreislaufproblemen oder Unwohlsein: Arzt aufsuchen.
Effektiver Schutz vor Kriebelmückenstichen
Vermeiden Sie Bisse durch diese bewährten Maßnahmen:
- Im Gegensatz zu Stechmücken dringen Kriebelmücken nicht in Gebäude ein. Draußen, besonders an Flüssen, tragen Sie lange Kleidung und geschlossene Schuhe – der Stoff ist für sie unüberwindbar.
- Auf Balkon oder Terrasse helfen Mückenschutznetze.
- Natürliche Repellentien wie Kokosöl, Zitronengras, Knoblauch, Katzenminze, Lavendel und Rosmarin vertreiben sie. Ätherische Öle auftragen oder selbst Mückenspray herstellen.
Kriebelmücken und Ihre Haustiere
In Gebäuden sind Haustiere sicher. Draußen können Hunde beim Gassigehen gebissen werden – meiden Sie Morgen- und Abendspaziergänge an Gewässern. Der Biss löst Histamin aus, was zu starkem Juckreiz und allergischen Reaktionen (Sommerekzem) führt.
Schützen Sie mit den genannten Mitteln. Bei Problemen: Tierarzt konsultieren.