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Habichtskraut: Wichtige Sorten, bewährte Anwendungen und Wirkungen

Das Habichtskraut (Hieracium) umfasst weltweit bis zu 1.000 Arten – allein in Deutschland etwa 180. Als erfahrene Kräuterexperten geben wir Ihnen einen fundierten Überblick über die relevantesten Sorten und zeigen, wie Sie diese Heilpflanze sicher anwenden können.

Die Hauptgattungen des Habichtskrauts

Ein guter Einstieg: Die zwei heimischen Untergattungen des Habichtskrauts.

  • Echtes Habichtskraut:
    • Gewöhnliches Habichtskraut
    • Glattes Habichtskraut
    • Wald-Habichtskraut
    • Zottiges Habichtskraut
  • Mausohr-Habichtskraut:
    • Orangerotes Habichtskraut
    • Wiesen-Habichtskraut
    • Kleines Habichtskraut
    • Florentiner Habichtskraut

Typische Merkmale zur Bestimmung

Je nach Sorte unterscheiden sich die Pflanzen deutlich. Das orangerote Habichtskraut mit seinen leuchtend orange gefärbten Blättern wird oft mit Löwenzahn verwechselt. Orientieren Sie sich an diesen Kennzeichen:

  • Wuchshöhe: Meist 5–20 cm, Arten wie das Orangerote Habichtskraut bis 50 cm.
  • Blüten: Als Korbblütler mit länglichen, körbchenförmigen Blüten in Gelb, Orangerot oder Weiß. Wichtig für Schmetterlinge als Nektarquelle.
  • Laubblätter: Grau- bis blaugrün mit feinen Drüsenhärchen auf Blättern und Stängeln.

Tipp: Bienen und Hummeln lieben den Nektar. Im bienenfreundlichen Garten als Unkraut dulden oder gezielt anpflanzen.

Wirkung des Habichtskrauts auf den Körper

Reich an Gerbstoffen, Bitterstoffen und Flavonoiden. Historisch bei Augenerkrankungen eingesetzt, besonders Kleines und Orangerotes Habichtskraut. Das Herbal Medicinal Product Committee (HMPC) stuft getrocknete Wurzeln und Teile des Mausohr-Habichtskrauts als pflanzliches Arzneimittel ein. Bewiesene und traditionelle Effekte:

  • Medizinisch belegt: Harntreibend – unterstützend bei Harnwegsbeschwerden (HMPC).
  • Volksmedizinisch: Schleimlösend, antibiotisch, entzündungshemmend (nicht wissenschaftlich gesichert). Vor Einnahme immer Arzt konsultieren. Echtes Habichtskraut meiden – unzureichende Daten.

Sichere Anwendung von Habichtskraut

Früher als Augenspülung genutzt – heute abraten wegen Allergierisiken. Bei Mund- und Rachenentzündungen: Tee aus Mausohr-Arten wie Orangerotem Habichtskraut.

Für eine Kanne Habichtskraut-Tee:

  • 2 TL getrocknetes Habichtskraut (z. B. Orangerotes oder Kleines)
  • 250 ml heißes Wasser

Zubereitung:

  1. Hacken Sie das getrocknete Kraut fein (Apotheke oder selbst getrocknet aus eigenem Garten).
  2. 2 TL in Kanne geben, mit kochendem Wasser übergießen.
  3. 10 Minuten ziehen lassen.
  4. Durch ein Sieb abseihen.

Warnung: Bei Allergie gegen Korbblütler (z. B. Kamille) meiden.