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Warum 'gut genug' Perfektion schlägt: Die Vorteile einer entspannten Mentalität

Jetzt, da unser Leben zunehmend in Isolation verläuft und Ängste durch das Coronavirus wachsen, spüren viele den Drang, alles perfekt zu machen: Fristen einhalten, wie gewohnt trainieren, 'saubere' Mahlzeiten essen, abends mit den Eltern sprechen und sogar Sauerteigbrot backen – und das alles auf Hochtouren.

'Wir stehen ständig unter Druck, alles zu sein: Freund:in, Angestellte:r, Chef:in, Partner:in, Kind, Geschwisterkind', erklärt Rachel Wright, lizenzierte Psychotherapeutin. 'In Zeiten wie diesen wird dieser Druck extrem, da alles nur digital läuft und Grenzen setzen erschwert ist.'

Wir wollen zeigen, dass wir genauso hart arbeiten wie immer – auch ohne Chef am Flurende –, an gesunden Routinen festhalten und uns um Familie kümmern, sei es um Kinder oder pflegebedürftige Eltern. Das ist eine enorme Last.

Genau deswegen ist jetzt die ideale Zeit, eine 'gut genug'-Mentalität zu übernehmen.

Die Schattenseiten des Perfektionismus

'Perfektion existiert nicht', betont Wright. 'Als Perfektionist:in jagst du einem Phantom nach. Das bleibt eine quälende Erfahrung, weil es unerreichbar ist.'

Das schadet mental und physisch: Perfektionismus hängt mit chronischen Kopfschmerzen, Bluthochdruck und Herzkrankheiten zusammen. Er macht uns kritisch gegenüber anderen, unleidlich und ungeduldig – besonders in enger Quarantäne.

Warum sich und andere unglücklich machen? Unser Leben hat sich verändert – passen Sie Ihre Haltung an, werden Sie mitfühlender und anpassungsfähiger.

Bewerten Sie, was wirklich zählt

Fragen Sie sich: 'Was ist mein Bestes? Wie sieht das aus?' Berücksichtigen Sie alle Lebensbereiche: Beziehungen, Gewohnheiten, Arbeit, sagt Wright.

Ihr Bestes unterscheidet sich von dem anderer. Statt wie ein Triathlet zu trainieren, reicht es vielleicht, täglich 30 Minuten aktiv zu sein. Das ist flexibler als 'Dienstag Gewichte, Montag Laufen' – aber jede Bewegung zählt, fühlt sich gut an und boostet die Psyche.

Lassen Sie das 'Sollte' los

Vermeiden Sie 'sollte', rät Wright. 'Es impliziert äußeren Zwang. Wir sagen selten 'sollte', wenn wir etwas wirklich wollen.' Wörter wie 'muss' oder 'sollte' wecken Schuldgefühle und treiben aus Angst, nicht aus innerem Antrieb.

Besser: 'Ich will', 'Ich möchte' – das motiviert intrinsisch, fördert Kreativität, Leistung und mindert Angst sowie Depressionen.

'Erwischen Sie sich bei 'Ich sollte'? Hören Sie hin', sagt Wright. 'Das sind oft gesellschaftliche oder persönliche Regeln, keine Fakten. Formulieren Sie um – die Botschaft ändert sich komplett.'

Fällt die Umstellung schwer? Machen Sie Pause. 'Fragen Sie: Warum muss ich perfekt sein?' Perfektion gibt's nicht – streben Sie Konkretes an. Statt 'Ich sollte Bio-Essen für die Kinder kochen' vielleicht: 'Ich möchte, dass sie abends Gemüse essen.'

Gehen Sie das schrittweise durch. 'Selbstmitgefühl ist ein Muskel: Je öfter Sie trainieren, desto natürlicher wird es', erklärt Wright.

Üben Sie das zu Hause, und Sie werden die Leichtigkeit spüren – so sehr, dass Sie es beibehalten, wenn das Leben normaler wird. 'Sie sehen die positiven Effekte und werden großzügiger zu anderen. Das motiviert langfristig', sagt Wright. 'Selbstmitgefühl macht uns zu besseren Menschen – geduldiger und liebevoller. Und das ist immer gut.'