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Schröpftherapie im Sport: Vorteile für Regeneration, Risiken und Expertenwissen

Alternative Therapien zur sportlichen Erholung erleben einen Boom: Kryotherapie, Dry Needling, Akupunktur und Infrarotsaunen. Als Nächstes? Schröpfen.

„Schröpfen ist die Praxis, mit runden Glasbechern einen Unterdruck in einem bestimmten Bereich als Heilmittel zu erzeugen“, erklärt Andrea Orvieto, Ärztin für Akupunktur und chinesische Medizin. Diese Methode wird seit Tausenden von Jahren in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt und hat in der westlichen Welt durch Michael Phelps’ Schröpfmale bei den Olympischen Spielen 2016 an Popularität gewonnen.

Warum greifen Profisportler zu Schröpfen, um ihre Leistung zu steigern? „Aktuell hilft die Schröpftherapie bei Schmerzen und Muskelverspannungen“, sagt Ellie Heintze, zugelassene Akupunkteurin und Expertin für Naturheilverfahren. Im Gegensatz zur Massagetherapie, die Druck ausübt, schafft Schröpfen durch Unterdruck Raum zwischen den Gewebeschichten. „Dies fördert die Durchblutung, setzt Milchsäure in den Muskeln frei und lindert Krämpfe“, erklärt sie. Ergebnis: Schnellere Erholung und bessere Muskel-funktion. Traditionell wird Schröpfen auch bei Erkältungen, Lungenbeschwerden und Verdauungsproblemen angewendet.

Es gibt verschiedene Schröpfarten: Koreanische Saugnäpfe, Silikonnäpfe und Glasnäpfe mit Feuer, bekannt als Feuerschröpfen. „Alle funktionieren gleich“, betont Heintze. „Es sind nur unterschiedliche Wege, die Saugkraft auf die Haut zu übertragen.“ Feuerschröpfen ist besonders bei Sportlern beliebt.

Was Sie vor dem Schröpfen wissen sollten

1. Sie brauchen wahrscheinlich mehr als eine Sitzung

„Die Schröpftherapie umfasst normalerweise drei Sitzungen“, sagt Akupunkteurin Jamie Bacharach. Manche benötigen mehr, abhängig vom Ziel.

2. Nicht jeder ist geeignet

„Schwangere, Personen mit trockener Haut, niedrigem Blutdruck, offenen Wunden oder Blutverdünnern sollten ihren Arzt konsultieren – diese Zustände sind kontraindiziert“, warnt Bacharach.

3. Es ist nicht schmerzhaft, hinterlässt aber Spuren

Schröpfen zieht an der Haut, meist am Rücken. „Es schmerzt nicht und dauert nur etwa 15 Minuten“, sagt Bacharach. Erwarten Sie rote oder violette Kreise: „Die Saugkraft reißt oberflächliche Kapillaren auf. Sie verblassen in 1–2 Tagen und sind nach einer Woche weg.“ Planen Sie keine Behandlung vor großen Events.

4. Es ist nicht nur für Verletzungen

„Man muss nicht verletzt sein“, merkt Orvieto an. „Athleten nutzen es präventiv. Es unterstützt die Regeneration und vorbeugt Verletzungen.“

Das Fazit

Leider fehlen wissenschaftliche Belege: „Systematische Reviews zeigen wenig Evidenz“, sagt Grayson Wickham, DPT und Gründer von Movement Vault. Bessere Studien könnten kommen. Dennoch gilt Schröpfen als sicher bei qualifizierten Therapeuten – wie Akupunktur. Die Vorteile könnten die minimalen Risiken überwiegen.