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Adaptogene gegen Stress: Vorteile, Risiken und Experten-Empfehlungen

Adaptogene – das sind ungiftige Kräuter, Wurzeln und Pflanzen, die den Körper bei der Bewältigung physischen, chemischen und biologischen Stresses unterstützen sollen. Sie werden seit Jahrhunderten in der traditionellen östlichen Medizin eingesetzt. Der Begriff und die moderne Definition stammen aus den 1940er Jahren von russischen Forschern. In jüngster Zeit haben Adaptogene Einzug in Smoothies, Wellness-Newsletters und Reformhäuser gehalten. Doch was bewirken sie wirklich?

„Adaptogene können die Stressreaktion durch hormonelle Regulierung mildern“, erklärt Abbey Sharp, registrierte Ernährungsberaterin und Gründerin von Abbey’s Kitchen. „Sie schützen voraussichtlich die Mitochondrien vor Stressschäden, regulieren das Immunsystem und balancieren das Nervensystem aus.“

Häufige Adaptogene

Adaptogene umfassen Pilze, Kräuter, Wurzeln und Tees. Unter den Dutzenden adaptogenen Pflanzen sind einige besonders beliebt. Sie sind als Pulver, Kapseln oder Tees in Reformhäusern oder online erhältlich.

  • Ashwagandha kann den Cortisolspiegel senken, Entzündungen reduzieren und den Schlaf verbessern.
  • Rhodiola rosea mindert Ermüdung und steigert die kognitive Leistung, wie bei Nachtschichtärzten gezeigt.
  • Eleuthero (Sibirischer Ginseng) hilft bei chronischer Müdigkeit, doch es fehlen weitere Studien.
  • Panax-Ginseng (asiatischer Ginseng) soll Energie boosten, Stress abbauen und Cholesterin senken – die National Institutes of Health sehen jedoch keine eindeutigen Belege.
  • Heiliges Basilikum fördert antioxidative Effekte und reduziert Stress.
  • Heilpilze wie Reishi, Cordyceps und Shiitake stärken das Immunsystem und unterstützen bei Stress.

Sollten Sie Adaptogene einnehmen?

Ein schwedischer Review-Artikel in Pharmaceuticals hebt hervor, dass Adaptogene Müdigkeit bekämpfen, Aufmerksamkeit und Ausdauer steigern sowie stressbedingte Störungen mindern können. Eine Creighton-Universitäts-Studie von 2017 zeigte: Teilnehmer mit einem Adaptogen-Vitamin-Präparat erlebten signifikant weniger Stress als die Placebogruppe.

Trotz potenzieller Vorteile ist die Forschung zu Adaptogenen begrenzt, wie Sharp betont. Viele Ansprüche fehlen wissenschaftliche Untermauerung. Zudem können sie mit Medikamenten interagieren.

„Pflanzliche Ergänzungen können verschreibungspflichtige Medikamente beeinträchtigen“, warnt Sharp. „Informieren Sie immer Ihren Apotheker. Vermeiden Sie sie in Schwangerschaft, Stillzeit oder bei Diabetes und Schilddrüsenproblemen.“

Wer Tee trinkt oder mit Kräutern kocht, integriert Adaptogene bereits. Für Ergänzungen: Recherchieren Sie gründlich und seien Sie vorsichtig. Eine 2015er-Studie meldet 23.000 Notaufnahmebesuche jährlich durch Missbrauch von Nahrungsergänzungsmitteln.

„Solide Belege für Pulver oder Kapseln fehlen, auch als Lebensmittel“, sagt Sharp. „Natürliche Mittel sind nicht immer sicher. Setzen Sie lieber auf eine ausgewogene Ernährung.“