Umgeben von anderen Yogis die Zunge herauszustrecken und tief zu atmen, als wollte man einen Spiegel beschlagen – das wirkt auf den ersten Blick seltsam. Doch Seufzen, Om-Chanting, Lippenschnalzen oder laute Ausatmungen haben einen klaren Zweck. Als Expertin Bethany Lyons, Gründerin und CEO von Lyons Den Power Yoga in New York City, erklärt: „Als Kinder weinen und schreien wir, um Spannungen abzubauen. Als Erwachsene fehlt uns diese Chance oft. Geräusche verbinden uns mit dem Hier und Jetzt, lösen Frustrationen und fühlen sich an wie das Abwerfen einer Last.“
Sogar ein einzelner Löwenatem oder ein Om kann Wunder wirken – jeder Klang mit einzigartigen Vorteilen. Schüchtern? Lyons rät: „Hört auf, perfekt aussehen zu wollen. Lebt einfach und nehmt Yoga nicht zu ernst!“
Fünf Yoga-Klänge, die Sie kennen sollten
1. OM
Warum: Om symbolisiert die Schwingung des Universums und dient oft zum Einstieg oder Abschluss einer Stunde. „Es verbindet uns mit uns selbst, anderen und einer höheren Kraft“, sagt Lyons. Die Vibrationen stimulieren das Nervensystem, lindern Stress und Depressionen und fördern geistige Klarheit.
Anleitung: Tief einatmen, dann aus dem Bauch heraus „Aum“ klingen lassen. Spüren Sie die Vibration im ganzen Körper.
2. Ujjayi-Atmung
Warum: Diese Technik wird durchgängig empfohlen. Als „siegreicher Atem“ bekannt erzeugt sie Wärme im Körper, schärft den Fokus und beruhigt den Geist, wie Lyons betont.
Anleitung: Mund geschlossen halten, Rachenmuskeln sanft anspannen – beim Ein- und Ausatmen entsteht ein wellenartiges Geräusch wie das Meer oder Darth Vader. Hörbar, aber nicht zu laut.
3. Löwenatem
Warum: Zuerst wirkt es albern, doch es dehnt Gesicht und Nacken, löst Verspannungen, verbessert die Durchblutung und stärkt die Stimme, erklärt Lyons.
Anleitung: Tief einatmen, Kehle öffnen, Zunge herausstrecken und laut „Haaaah!“ ausatmen. Optional: Augen kreuzen.
4. Seufzen
Warum: Oft in der Stunde gefordert, baut es Stress ab und verankert im Moment sowie im Körper. „Je präsenter Sie auf der Matte sind, desto besser klappt es im Alltag“, sagt Lyons.
Anleitung: Lang einatmen, Mund öffnen und frei ausseufzen – so laut wie es guttut.
5. Lippenflattern
Warum: Auch „Pferdelippen“ genannt, entspannt es das Gesicht, reduziert Stress und bringt oft ein Lächeln.
Anleitung: Tief einatmen, Lippen geschlossen halten und beim Ausatmen vibrieren lassen.