Beim Abnehmen zählen nicht nur die Kalorien in Ihrer Ernährung. Aktuelle Forschung zeigt: Die Darmmikrobiota – also Bakterien, Pilze und Viren im Magen-Darm-Trakt – spielen eine entscheidende Rolle für Ihren Erfolg.
In einer Studie mit 26 übergewichtigen und adipösen Erwachsenen führten die Teilnehmer ein dreimonatiges Abnehmprogramm durch. Im Durchschnitt verloren sie 8,2 Pfund. Besonders erfolgreich waren jene, die mindestens 5 % ihres Ausgangsgewichts abnahmen – sie wiesen eine höhere Konzentration des Bakteriums Phascolarctobacterium auf als die mit geringerem Verlust.
Eine weitere Studie aus 2018 von Forschern der Johns Hopkins University ergab: Bei Mäusen mit metabolischem Syndrom fehlte das entzündungsregulierende Protein Toll-like-Rezeptor 4 (TLR4), was zu starker Gewichtszunahme und Insulinresistenz führte.
So wirken Bakterien auf das Gewicht
„Bakterien sind wie Motoren im Körper: Sie brauchen Brennstoff zum Wachsen und beziehen ihn aus unserer Nahrung“, erklärt David J. Hackam, MD, Professor für Zellbiologie an der Johns-Hopkins-Universität. „Je nach genetischer Ausstattung verbrauchen sie mehr oder weniger Energie. Bei manchen bleibt weniger für den Wirt übrig – das schützt vor Fettleibigkeit.“
Weitere Studien, etwa in Cell publiziert, bestätigen: Menschen mit normalem BMI haben ein anderes Darmmikrobiom als Übergewichtige.
Cindy Davis, PhD, von den National Institutes of Health, betont: Darmbakterien regulieren Verdauung, Hormone wie Leptin und Ghrelin sowie Insulinsensitivität – und damit Fettverbrennung. Sie beeinflussen auch Entzündungen durch Stoffe wie Lipopolysaccharide.
Ernährung formt das Mikrobiom
Trotz genetischer Faktoren ist Ernährung entscheidend, warnt Davis. Schon ein Tag fettreiche „westliche“ Kost verändert das Mikrobiom. Fleisch und Milchprodukte fördern entzündungsfördernde Bakterien, die Gewichtszunahme begünstigen.
„Bestimmte Lebensmittel pushen gute Bakterien, andere hemmen sie“, sagt Davis. Eine Ernährungsumstellung kann das Gleichgewicht positiv verändern.
Essen Sie gezielt für gesunde Bakterien
Davis empfiehlt ballaststoffreiche Kost: Vollkorn, Obst, Gemüse, Nüsse, Samen. Polyphenol-reiche Lebensmittel wie dunkle Schokolade, grüner Tee und Rotwein unterstützen nützliche Bakterien.
Präbiotika (in Bananen, Lauch, Knoblauch) nähren gute Bakterien. Probiotika aus Joghurt oder Kefir verbessern Vielfalt. Studien zeigen: Sie fördern Abnehmen, Fettstoffwechsel, Insulinsensitivität und reduzieren Entzündungen.
Vermeiden Sie Zucker, der schädliche Bakterien boostet und Dickmacher fördert.
Fazit
Vielfältige, nährstoffreiche Ernährung pflegt gesunde Darmbakterien und erleichtert Abnehmen. Hackam ergänzt: „Genetik und TLR4-Menge bestimmen mit, wie unser Mikrobiom auf Mahlzeiten reagiert.“