Das gezielte Management Ihres Darmmikrobioms kann von Ihrem Gewicht bis hin zu Ihrer Stimmung alles beeinflussen. Während die Auswahl passender Probiotika und der Verzehr darmfreundlicher Lebensmittel bewährte Strategien zur Darmunterstützung darstellen, offenbaren Studien, die in Human Microbiome veröffentlicht wurden, dass psychologische Faktoren die Bakterienvielfalt ebenfalls maßig prägen können.
Die leitende Forscherin Dr. Katerina Johnson, DPhil, vom Department of Experimental Psychology der Universität Oxford, hat sich intensiv mit der Darm-Hirn-Achse auseinandergesetzt und festgestellt, dass Persönlichkeitsmerkmale die Darmgesundheit nachweislich beeinflussen können.
„Es gibt zunehmend Forschungsergebnisse, die das Darmmikrobiom mit Gehirn und Verhalten verknüpfen“, erklärte Johnson in einer Pressemitteilung. Bisherige Studien am Menschen fokussierten sich jedoch hauptsächlich auf neuropsychiatrische Erkrankungen wie Epilepsie, ADHS, Depressionen und mehr, während Tierstudien dominieren.
„Mein Fokus lag darauf, in der Allgemeinbevölkerung zu untersuchen, wie Unterschiede in den Darmbakterien mit Persönlichkeitszügen korrelieren“, betonte sie.
Wie wirkt sich Ihre Persönlichkeit auf die Darmgesundheit aus?
655 Erwachsene lieferten Stuhlproben zur Bewertung ihrer Darmgesundheit und beantworteten Online-Fragebögen zu ihrem sozialen Leben.
Die Ergebnisse zeigen: Menschen mit umfangreichen sozialen Netzwerken oder offeneren Persönlichkeiten weisen häufiger eine höhere Bakterienvielfalt auf. Diese Vielfalt gilt als Kennzeichen eines gesunden Mikrobioms und besserer Gesundheit insgesamt.
Menschen mit hohem Stress- oder Angstniveau hingegen zeigen oft geringere Vielfalt.
„Unser moderner Lebensstil schafft einen perfekten Sturm für Darmdysbiose: hoher Stress, wenige soziale Kontakte und wenig Zeit in der Natur“, so Johnson. „Diese Faktoren beeinflussen das Mikrobiom und damit Verhalten sowie psychisches Wohlbefinden auf bisher ungeklärte Weise.“
Sind das schlechte Nachrichten für Introvertierte?
Nicht zwingend. Introvertierte regenerieren durch Alleinsein, meiden aber nicht notwendigerweise soziale Interaktionen. Die Studie identifiziert zudem Wege zur Steigerung der Bakterienvielfalt ohne intensive Sozialisierung.
Für die nicht Partyständischen: Reisen Sie solo! „Abenteuerlustige Esser weisen eine vielfältigere mikrobielle Gemeinschaft auf“, laut Studie. Internationale Reisen führen zu neuen Lebensmitteln und somit mehr Mikrobiom-Vielfalt.
Eine gesunde Darmflora ist essenziell für das Wohlbefinden. Zeit allein mit sinnvollen Beziehungen zu balancieren, fördert ein gesundes „soziales Mikrobiom“.