ASMR, das berühmte "Gehirnkribbeln" oder die autonome sensorische Meridianreaktion, erlebt endlich wissenschaftliche Anerkennung. Forscher der University of Sheffield haben die körperlichen und mentalen Effekte von ASMR-Videos untersucht und festgestellt: Sie bringen nachweisbare Vorteile für Körper und Geist.
Das ist ein Meilenstein. Während Studien zu Klangtherapie, Akupunktur und Hypnose die Wellness-Welle begleiten, blieb ASMR lange außenvor – abgesehen von seiner leidenschaftlichen Community. Mittlerweile boomt ASMR auf YouTube mit über 13 Millionen Videos. Kürzlich sorgte ein Verbot in China für Schlagzeilen, da Behörden Pornos unter ASMR-Videos vermuteten. Viele nennen ASMR scherzhaft "Ohrporno", was ASMR-Künstler leider oft Belästigungen einbringt.
ASMR-Reagierer – nicht jeder spürt es – haben typische Trigger wie Klopfen, Bürsten, Flüstern oder Rollen. Das Ergebnis: Ein angenehmes Kribbeln, das im Kopf startet, den Körper durchläuft und tiefe Entspannung schenkt. Die Studie zeigt: ASMR senkt die Herzfrequenz messbar – ein klarer Indikator für physiologische Entspannung.
Die Untersuchung umfasste zwei Teile mit ASMR-Erfahrern und Nicht-Erfahrern. Im ersten Experiment schauten beide Gruppen ASMR-Videos und Kontrollvideos. ASMR-Teilnehmer wiesen eine signifikant niedrigere Herzfrequenz auf (ca. 3,14 Schläge pro Minute weniger) sowie gesteigerte soziale Verbundenheit und positive Emotionen. Nicht-Reagierer profitierten nicht.
Dr. Giulia Poerio, Hauptautorin der Studie, erklärt gegenüber Science Daily: "Interessant ist, dass die durchschnittliche Verringerung der Herzfrequenz unserer ASMR-Teilnehmer mit anderen Forschungsergebnissen über die physiologischen Auswirkungen von Stressabbautechniken wie Musik und Achtsamkeit vergleichbar war."
Im zweiten Teil befragten die Wissenschaftler 1.000 Personen. ASMR-Erfahrene berichteten häufiger von Kribbeln, erhöhter Erregung, Ruhe sowie weniger Stress und Traurigkeit als Vergleichsteilnehmer.
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