Angst ist ein komplexes Thema. Sie hat keine einzige Ursache, kein einheitliches Symptom und keinen garantiert wirksamen Behandlungsweg. Jeder erlebt sie anders und aus unterschiedlichen Gründen. Es kann frustrierend sein, wenn alle Versuche, die Angst zu mildern, scheitern. Neben bewährten Methoden wie Meditation und Sport weist neue Forschung darauf hin, dass auch die Darmgesundheit – also das Mikrobiom – eine Schlüsselrolle spielen kann.
Aktuelle Ergebnisse aus dem BMJ zeigen: Menschen mit Angstsymptomen profitieren von einer verbesserten Darmflora. Diese entsteht durch die Regulierung der Mikroorganismen mittels probiotischer und nicht-probiotischer Lebensmittel sowie Nahrungsergänzungsmittel.
„Die Forschung hat zunehmend gezeigt, dass die Darmmikrobiota – die Billionen von Mikroorganismen im Darm, die wichtige Funktionen im Immunsystem und Stoffwechsel übernehmen, indem sie essentielle Entzündungsmediatoren, Nährstoffe und Vitamine liefern – die Gehirnfunktion durch die sogenannte ‚Darm-Gehirn-Achse‘ regulieren kann“, heißt es in der Studie.
Die Wissenschaftler analysierten 21 Studien, um zu prüfen, ob die Regulierung der Darmmikrobiota Angstsymptome verbessern kann. 52 Prozent der Studien bestätigten die Wirksamkeit dieses Ansatzes – sei es durch Probiotika oder Ernährungsumstellung. Wie bei vielen Therapien wirkt es nicht bei jedem gleich.
Bezüglich der besten Methode (probiotisch oder nicht-probiotisch) stellten die Forscher fest: Beide Ansätze helfen, doch eine gesündere Ernährung (nicht-probiotisch) ist überlegen. „Von 14 probiotischen Studien meldeten mehr als ein Drittel Erfolge bei Angstreduktion, während sechs von sieben nicht-probiotischen Studien dies bestätigten – eine Wirksamkeitsrate von 86 Prozent.“
Diese Meta-Analyse war beobachtend, kann also keine Kausalität beweisen. Dennoch waren die 21 Studien hochwertig. Fazit: „Mehr als die Hälfte zeigte positive Effekte bei der Behandlung von Angstsymptomen durch Mikrobiota-Regulierung.“
Da bis zu einem Drittel der Menschen im Leben unter Angst leidet, könnte dieser Ansatz Millionen helfen. Unabhängig davon lohnt es sich, schädliche Lebensmittel zu meiden und das Mikrobiom zu stärken.
Möchten Sie Ihre Leidenschaft für das Wohlbefinden in eine erfüllende Karriere verwandeln? Werden Sie zertifizierter Gesundheitscoach! Erfahren Sie hier mehr.