Das Leben hat sich grundlegend verändert – das ist in diesen Zeiten sicher. Mein Neffe bangt um seine lang geplante Hochzeit, ein Student kann seine Abschlussarbeit nicht mehr am geschlossenen Campus forschen, und die Frühlingsferienreise meines 14-jährigen Sohnes nach Six Flags fällt aus, ebenso wie der Plan B mit Freunden.
Diese Beispiele wirken zunächst klein, doch wir alle spüren: Größere Verluste lauern, sei es Jobs, Unternehmen, Rentenkonten oder Schlimmeres – der Verlust von Freunden und Familie. Die alte Normalität ist passé. Wie bewältigen wir das gesund und tragen gleichzeitig zum Verlangsamen des Virus bei?
Der gesunde Umgang mit Verlusten: Psychologische Flexibilität
Die Wissenschaft der psychologischen Flexibilität, die ich in meinem Buch A Liberated Mind detailliert beschreibe, bietet hier wertvolle Hilfestellung. Tausende Studien belegen: Eine Handvoll mentaler Fähigkeiten bestimmt, ob wir Krisen meistern. Sie prognostizieren Erfolge nach Traumata wie Schießereien, Todesfällen, Krebsoperationen oder Kriegseinsätzen – und lassen sich trainieren.
1. Lassen Sie Gefühle zu
Verlust weckt ein reichhaltiges Gemisch aus Emotionen, Empfindungen, Impulsen und Erinnerungen. Machen Sie allen Platz. Forschung zeigt: Wer mit Tränen und Lachen, Trauer und Wertschätzung reagiert, erholt sich schneller und erlebt oft posttraumatisches Wachstum. Öffnen Sie die Tür zu Ihren Reaktionen – das ist der erste Schritt.
2. Beobachten Sie Gedanken, wählen Sie bewusst
Aktivieren Sie Ihr kluges Selbst: Beobachten Sie, wie der Verstand leugnet, beschuldigt, zurückzieht oder erzwungen optimistisch wird. Jede denkbare Strategie taucht auf.
Stellen Sie sich einen defekten Automaten vor, der Ihren Snack nicht ausspuckt. Sie drücken Knöpfe, rütteln, schlagen drauf – vergeblich. Alte Muster wiederholen sich nicht hilfreich. Warten Sie ab: Der Geist beruhigt sich, nützliche Gedanken entstehen, die zu gesunden Schritten motivieren – wie Kontakte pflegen oder Selbstmitgefühl üben.
3. Fokussieren Sie auf Wichtiges im Hier und Jetzt
Akzeptieren Sie den Verlust, lassen Sie Grübeln los und richten Sie den Blick auf den gegenwärtigen Moment. Sie sind hier, Sie leben. Dieser Augenblick birgt Fülle.
4. Verbinden Sie sich bewusst mit anderen
Jemand hat Sie einst liebevoll als 'süßes Baby' bezeichnet – Ihr Gehirn belohnte das mit Opiaten. Solche Momente laden zur Gemeinschaft ein. Genau jetzt brauchen wir das: Heben Sie den Kopf, öffnen Sie die Augen, schließen Sie sich an. Auch distanziert möglich – per FaceTime mit Freunden oder Familie. Wir sind alle betroffen.
5. Wählen Sie Ihr bestes Ich
Stellen Sie sich vor, wer Ihnen rät, wie Sie trotz Verlust glänzen. Lassen Sie Intuition sprechen. Überlegen Sie: Welche Werte verkörpert diese Person? Wie würden Sie damit handeln? Ein Dankesbrief? Ein Anruf? Anderen helfen?
6. Handeln Sie nach Ihren Werten
Ihr Herz hat eine Werte-Roadmap gezeichnet – setzen Sie sie um. Werte geben Traktion, um voranzukommen. Der Verstand will ablenken, doch Forschung warnt: Das verstärkt Verluste ungesund. Liebe und Fürsorge sind die Kehrseite – handeln Sie: Brief schreiben, anrufen, unterstützen. Folgen Sie dem Herzensziel.
Das Ergebnis
Die COVID-19-Krise könnte monatelang dauern. Diese sechs Fähigkeiten stärken Sie, resilient durch die Pandemie zu navigieren und Ihr Leben langfristig zu bereichern.