Gefahr – ob real oder nur wahrgenommen – versetzt unser Gehirn schützend in den Kampf-oder-Flucht-Modus. In einer Welt voller Unruhe triggern viele Menschen diese Reaktion. Doch wie kontrollieren wir Angst, wenn keine akute Bedrohung besteht?
Wir haben Padma Ali, LMFT, Psychotherapeutin und Energieausrichtungscoach, befragt. Sie erklärt unsere automatischen Angst-Reaktionen und gibt vier praktische Strategien, um das Gehirn in Krisen umzuprogrammieren.
Das Gehirn in der Krise
Das Gehirn schützt uns: Es regelt Herzschlag, Hunger und reagiert auf Krisen mit Kampf-oder-Flucht.
„Haben Sie früher panisch auf Krisen reagiert – sei es ein Plattfuß oder Verlust der Brieftasche –, erwartet es das jetzt erneut“, erklärt Ali gegenüber mbg.
Wie Sie die Welt täglich wahrnehmen, prägt Ihre Reaktion. „Sehen Sie das Leben als etwas, das Ihnen passiert, fühlen Sie sich gefangen und hilflos? Dann tritt dieselbe Reaktion auf“, sagt Ali.
Um die Perspektive zu ändern, müssen wir aktiv am Leben teilnehmen. Doch wie?
Das Gehirn umschulen: 4 Strategien
1. Gefühle akzeptieren, nicht bekämpfen
„Unangenehme Empfindungen wollen wir oft betäuben“, sagt Ali – durch TV, Snacken oder Social Media.
„Gefühle ändern Sie nicht, aber Ihre Reaktion darauf. Tanzen Sie, kochen Sie gesund oder spazieren Sie – fördern Sie so bessere Gewohnheiten.“
2. Mit Selbstmitgefühl reagieren
Bei Frust über Angst stoppen Sie: Es ist okay. „Diese Zeiten sind beispiellos, Ihre Reaktion normal“, betont Ali.
Behandeln Sie sich wie ein Kind oder einen Hund, den Sie trösten. „Viele Klienten sagen: „Ich hätte das tun sollen‘. Hören wir auf mit dem „Sollten‘!“
3. Meditieren
Meditieren setzt sich mit Unbehagen auseinander. „Sitzen Sie bei ängstlichen Gedanken, sie beruhigen sich“, rät Ali.
Regelmäßige Praxis erleichtert zukunftsweisende Handlungen. „Harte Emotionen durchleben Sie; andernfalls kehren sie als schlechtes Verhalten zurück – wie Maulwurfhügel, die immer wieder auftauchen.“
4. Atmen
Atem ist eine kostenlose Erdung. „Er ankert Sie im Jetzt“, sagt Ali.
Hier ihre einfache Technik:
Der vollständige Leitfaden zur Atemarbeit
Üben Sie diese Atemtechnik für sofortigen Stressabbau und Ruhe. Nehmen Sie jetzt am Kurs teil.
Der vollständige Leitfaden zur Atemarbeit
Üben Sie diese Atemtechnik für sofortigen Stressabbau und Ruhe. Nehmen Sie jetzt am Kurs teil.
- Finden Sie den Punkt in Ihrem Körper, an dem sich Schmerz oder Unbehagen manifestiert (enge Brust, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen).
- Legen Sie Ihre rechte Handfläche auf diesen Körperteil.
- Atmen Sie ein und aus. Konzentrieren Sie sich bei jedem Ausatmen darauf, dieses Unbehagen loszulassen.
Diese Übung klärt den Geist und erdet Sie im Moment, statt „Was-wäre-wenn“-Gedanken nachzuhängen.
Das Ergebnis
„Das Gehirn liebt Vertrautes und plant voraus“, sagt Ali. In der Pandemie fehlt Sicherheit – lernen Sie durch Akzeptanz, Mitgefühl, Meditation und Atem, im Jetzt zu leben.
„Diese Praktiken sind jetzt essenziell, keine Option. Kümmern Sie sich um Geist und Körper, um das durchzustehen.“