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Studie: Babyboomer erleben kognitiven Rückgang früher als Vorgängergenerationen

Über Generationen hinweg stiegen die kognitiven Leistungen Erwachsener stetig an. Eine neue Studie im Journals of Gerontology: Social Sciences zeigt jedoch einen Trendwechsel bei den Babyboomern.

Forscher der Ohio State University berichten: Die durchschnittlichen Kognitionswerte sanken bereits bei den frühen Babyboomern (geboren 1948–1953) und gingen bei den mittleren Babyboomern (1954–1959) weiter zurück.

Was ergab die Studie?

Die Analyse basiert auf Daten von 30.191 Erwachsenen über 51 Jahre. Von 1996 bis 2014 wurden alle zwei Jahre kognitive Fähigkeiten und Gedächtnis getestet.

Im Vergleich zu früheren Generationen setzt bei Babyboomern der kognitive Rückgang früher ein – bereits ab etwa 50 bis 54 Jahren.

„Es schockiert, diesen Rückgang bei den Babyboomern zu sehen, nach jahrzehntelangem Anstieg“, erklärt Studienleiterin Hui Zheng, Ph.D., in einer Pressemitteilung. „Besonders alarmierend: Der Effekt trifft Männer und Frauen, alle Rassen und Ethnien sowie alle Bildungs-, Einkommens- und Vermögensstufen gleichermaßen.“

Warum gerade Babyboomer?

Kindheitsfaktoren scheiden aus: Babyboomer profitierten von besserer Gesundheitsversorgung, Bildung und höherem sozioökonomischen Hintergrund als Vorgänger.

Stattdessen korrelieren niedrigere Werte mit geringerem Wohlstand, höherer Einsamkeit, Depressionen, Bewegungsmangel und Fettleibigkeit sowie seltenerer Ehe. Weitere Risiken: Mehrfache Ehen, psychische Erkrankungen und Herz-Kreislauf-Probleme.

„Ohne ihren besseren Start – mehr Bildung, stabile Jobs – wären die Werte noch schlechter“, betont Zheng.

Was bedeutet das für die Zukunft?

In den USA sank die Alzheimer- und Demenzhäufigkeit jüngst. Basierend auf Babyboomer-Daten prognostiziert Zheng jedoch einen Anstieg.

Späte Babyboomer (1960–1964) wurden nicht untersucht, doch Zheng erwartet ähnliche Ergebnisse. Um zukünftige Generationen zu schützen, müssen Risikofaktoren bekämpft werden.

Soziale Kontakte pflegen, körperliche Aktivität und mentale Gesundheit priorisieren – so lässt sich der Trend umkehren und Demenzrisiken senken.