Zu Beginn der Pandemie kursierten Gerüchte, dass COVID-19 die schwarze Bevölkerung übermäßig trifft. Die Daten lagen noch nicht vor, und niemand wollte voreilige Schlüsse ziehen. Monate später bestätigten die Zahlen jedoch, was viele Ärzte aus farbigen Communities vorhergesehen hatten: Infektions- und Sterblichkeitsraten waren in schwarzen Gemeinschaften deutlich höher.
Unterschiede in COVID-19-Infektions- und Sterblichkeitsraten
Schwarze Menschen erkrankten häufiger und starben öfter an Komplikationen. Eine Studie in den Annals of the American Thoracic Society ergab, dass unter den positiv Getesteten 78,9 % Schwarze und nur 9,6 % Weiße waren.
Eine aktuelle Studie in Washington, D.C. bei Kindern zeigte Ähnliches: 7,3 % Weiße, 30 % Schwarze und 46,4 % Hispanoamerikaner waren positiv.
Laut Brookings Institute machen Schwarze 15 % der Bevölkerung in Michigan aus, stellen aber 35 % der COVID-Fälle und 40 % der Todesfälle (bei einer Sterblichkeitsrate von 4 %). Ähnliche Trends zeigen sich in mehreren US-Staaten. Die Zahlen ändern sich täglich, der Trend bleibt bestehen.
Warum COVID-19 schwarze Communities überproportional betrifft
Wie bei vielen Gesundheitsungleichheiten sind die Ursachen multifaktoriell und reichen tief in soziale, wirtschaftliche und rassistische Strukturen ein. Diese Probleme prägen auch das Gesundheitssystem:
1. Ungleichheiten im Gesundheitswesen
COVID-19 trifft Menschen mit Vorerkrankungen besonders hart. Schwarze leiden überproportional unter Herzkrankheiten, Diabetes und Hypertonie – nicht genetisch bedingt, sondern durch sozioökonomische Faktoren wie eingeschränkten Zugang zur Versorgung und Misstrauen gegenüber einem System mit systemischem Rassismus und impliziter Bias.
Studien zeigen: Vorerkrankungen werden bei Schwarzen weniger aggressiv behandelt. Sie erhalten weniger Zeit beim Arzt, ihre Beschwerden werden oft bagatellisiert. Viele sind unversichert und scheuen Kosten.
2. Arbeitsbedingungen
Viele Essential Workers – Kassierer, Reinigungskräfte, Busfahrer – stammen aus Minderheiten und sind Exposition gefährdet. Ohne sie steht die Gesellschaft still. Viele können trotz Risiken nicht fehlen, da sie finanziell abhängig sind. Symptomatische Arbeiter gehen zur Arbeit, nutzen oft öffentliche Verkehrsmittel.
3. Bevölkerungsdichte
Dichte Stadtviertel erschweren Abstandhalten und Zugang zu Masken. Oft fehlen sauberes Wasser (z. B. Flint, Michigan), gute Luft und frische Lebensmittel – Faktoren, die chronische Erkrankungen begünstigen und das Immunsystem schwächen.
Wie gehen wir diese Herausforderungen an?
Die Faktoren sind vielfältig. Als integrative Ärztin mit langjähriger Erfahrung plädiere ich für einen ganzheitlichen Ansatz, der Systemfehler anerkennt. Fangen wir an mit:
- Zugang zu Schutzausrüstung wie Masken und Desinfektionsmitteln für Essential Workers.
- Kostenlosen Community-Tests – unerschwingliche Tests verhindern Prävention.
- Anerkennung: Das ist unser aller Problem. Jede Infektion betrifft uns.
- Ärzte: Hören Sie mit Patienten zu, adressieren Sie Bedenken gemeinsam.
Weitere Lösungen erfordern Zusammenarbeit von Communities, Gesundheitswesen und Politik. Gesundheitsungleichheiten sind wiederholt thematisiert – hoffentlich handeln wir jetzt nachhaltig.