Jedes Jahr fasse ich denselben Neujahrsvorsatz: Besser auf mich achten, um mich umgekehrt noch besser um andere kümmern zu können. Als Mutter von zwei Kindern ist das eine echte Herausforderung – besonders, wenn ich um 23 Uhr Regenbogen-Bagels für die Nacht vor dem Geburtstag meines Sohnes backe, ein Berg E-Mails wartet und ich mich auf eine Vorstandssitzung vorbereiten muss. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Glücklicherweise unterstützen viele Aufgaben auf meiner To-do-Liste bereits die zweite Hälfte meines Vorsatzes: Mich um andere zu kümmern. Meine Arbeit bei Daily Harvest treibt mich an, ein gesünderes Ernährungssystem auf Basis von Obst und Gemüse zu fördern – eines, das Menschen und Planeten zugutekommt.
Obst und Gemüse sind essenziell – ebenso ihr nachhaltiger Anbau
"Iss deinen Brokkoli" ist kein leerer Schlachtruf amerikanischer Mütter. Wissenschaftliche Studien belegen wiederholt die Vorteile einer ernährung reich an Obst und Gemüse. Laut Harvard School of Public Health senkt mehr Verzehr den Blutdruck, mindert das Risiko für Herzerkrankungen, Schlaganfälle, bestimmte Krebsarten, Augen- und Verdauungsprobleme und wirkt sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus. Doch neben dem Essen von mehr Produkten lade ich ein, den Ursprung und Anbau zu betrachten.
Das konventionelle System mit synthetischen Pestiziden und Düngemitteln erschöpft Böden, verschmutzt Gewässer und schadet Mensch und Umwelt. Bio-Produkte aus regenerativer Landwirtschaft hingegen verzichten auf schädliche Praktiken. Studien zeigen: Sie sind nährstoffreicher und enthalten mehr Antioxidantien als konventionelle Varianten.
Aus meiner Erfahrung als Expertin muss Big Food abgebaut und neu aufgebaut werden.
Die Herausforderungen des aktuellen Systems
Von der Saat bis zum Regal produziert unser konventionelles Lebensmittelsystem Massenware, die ewig haltbar ist – auf Kosten von Gesundheit und Planet. Es tarnt sich mit Labels wie "fettarm", "zuckerfrei" oder "natürlich", um künstliche Zutaten, Pestizide und Chemikalien zu kaschieren. Oft werden Produkte als "gesünder" vermarktet, obwohl dem nicht so ist.
Das schadet auch dem Planeten: Laut US-Umweltschutzbehörde EPA trägt die Landwirtschaft stärker zur Klimakrise bei als der gesamte Haushaltsenergieverbrauch. Die UN fordert nachhaltigere Systeme. Stark verarbeitete Lebensmittel fördern Monokulturen (Mais, Weizen, Soja), die Böden auslaugen, Dünger und Pestizide benötigen und Umweltgifte freisetzen.
Was können wir tun?
Die Zukunft kann anders aussehen. Verantwortungsvoller Anbau und Verzehr von Obst und Gemüse ist ein starker Start, doch Systemveränderungen brauchen alle: Verbraucher, Unternehmen, Politik.
Bei Daily Harvest machen wir es einfacher, mehr Bio-Obst und -Gemüse zu essen – als Vorreiter, aber wir brauchen ein Ökosystem aus Firmen und Programmen für zugängliche, nachhaltige Produkte.
Einige Konzerne versprechen Emissionseinsparungen und regenerative Methoden, doch das reicht nicht. Wir fordern rasche Skalierung nachhaltiger Beschaffung und politische Unterstützung für Landwirte. Als Verbraucher: Mehr Produkte essen, Transparenz einfordern, Politik drängen für nährstoffreiche, verantwortungsvoll produzierte Optionen.
Fazit
Ich halte meinen Vorsatz, indem ich täglich fünf Portionen esse, und engagiere mich für Systemwandel (ja, Bagels für die Kids backe ich weiter). Statt Machtlosigkeit fokussiere ich, was ich tun kann. Passt das nicht auch zu Ihnen?