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Barfuß den ganzen Tag: Gesund oder riskant? Expertenrat von Podologen

Im Büro barfuß zu gehen könnte peinlich sein, zu Hause die Schuhe abzustreifen ist jedoch üblich. Homeoffice bietet diesen Luxus, doch ist es wirklich gesund, den ganzen Tag barfuß zu verbringen?

Um das zu klären, haben wir mit dem ganzheitlichen Podologen Robert Kornfeld, DPM, gesprochen. Hier seine fundierten Einschätzungen zum Tragen oder Weglassen von Schuhen im Alltag.

Ist es gesund, den ganzen Tag barfuß zu sein?

Barfußlaufen birgt Vorteile, doch Faktoren wie Fußtyp, Stehzeiten und Untergrund spielen eine entscheidende Rolle, erklärt Kornfeld. Es gibt zwei Hauptfußtypen: starr und flexibel. Menschen mit starren Füßen kommen auf weichen Flächen wie Gras oder Teppich gut zurecht. Flexibele Füße funktionieren hingegen besser auf harten Böden wie Holz oder Fliesen.

Unklar, zu welchem Typ Ihre Füße gehören? Schauen Sie genau hin: Hohes Fußgewölbe, krallenartig gekrümmte Zehen und eine Beule oben am Fuß deuten auf einen starren Typ hin. Niedriges Gewölbe, Spreizfuß oder Hammerzehen sprechen für Flexibilität.

Sobald Anatomie und Alltagsbelastung (Oberfläche, Aktivität) kollidieren, braucht es Unterstützung, betont Kornfeld.

Was passiert bei mangelnder Fußstütze?

"Wenn der Fuß über seine physiologischen Grenzen hinaus belastet wird, entsteht Zellschädigung", warnt Kornfeld. Der Körper repariert zunächst via Entzündung, doch anhaltende Belastung führt zu chronischen Schmerzen. Besonders gefährdet sind Ältere oder Personen mit geschwächtem Immunsystem durch Ernährungsmängel, Dehydrierung, Schlafmangel, Stress, Parasiten oder Verdauungsprobleme.

Häufig: Plantarfasziitis, eine Entzündung des Bands, das das Fußgewölbe stützt. "Die Plantarfaszie unterstützt vier Muskelschichten von der Ferse über das Gewölbe zu den Zehen", beschreibt Doug Tumen, DPM, FACFAS. Eine weitere Folge ist Ballenentzündung mit Gelenkkapselreizung, Überlastung oder Schleimbeutelentzündung.

So stützen Sie Ihre Füße und vermeiden Verletzungen

Jeder Fuß ist einzigartig – ein Podologe oder Physiotherapeut hilft bei personalisierten Empfehlungen. Faustregel: Barfuß oder Hausschuhe im Sitzen, stützende Schuhe im Stehen. Kornfeld rät zu weichen Sneakers mit Einlage zu Hause.

Bei bestehender Plantarfasziitis: Kein Barfußlaufen! "Direkt in Schuhe schlüpfen nach dem Aufstehen und die Ferse schützen, bis es besser wird", empfiehlt Tumen. Eine 15-minütige Fußdehnung kann unterstützen.

Fazit

"In einer idealen Welt gäbe es auf natürlichen Oberflächen weniger Fußprobleme durch Barfußlaufen – wie in traditionellen schuhfreien Kulturen", sagt Kornfeld. Da unsere Füße dafür selten konditioniert sind, ist Stütze beim Stehen die sicherste Wahl.

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