Beim Thema Schlaf tauchen unzählige Fragen auf: Wie viel Schlaf brauchen wir wirklich? Wie erkennen wir, ob es genug ist? Und welche ist die ideale Schlafenszeit?
Obwohl jeder Mensch und jeder Schlafzyklus einzigartig ist, empfiehlt die Neurowissenschaftlerin und Autorin von Biohack Your Brain, Kristen Willeumier, Ph.D., ein spezifisches Schlaf-Fenster für die meisten Menschen. Als Gehirnexpertin teilt sie in unserem Gespräch fundierte Erkenntnisse zu optimalen Schlafens- und Aufwachzeiten.
Die ideale Schlafenszeit einer Neurowissenschaftlerin
Ein zentraler Bestandteil guter Schlafhygiene ist es, jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen und aufzuwachen, betont Willeumier.
Bei der Arbeit mit ihren Klienten rät sie: „Wenn möglich, zwischen 22:00 und 6:00 Uhr schlafen.“ Routinen unterstützen das Gehirn optimal, wie ihre langjährige Forschung zeigt.
Warum genau 22 bis 6 Uhr?
Der Grund liegt in unseren Hormonen. Um 21 Uhr setzt der Körper normalerweise die Melatoninproduktion ein, erklärt Willeumier. Dieses Serotonin-Metabolit signalisiert dem Körper, dass Schlafenszeit naht. Die Zirbeldrüse steuert so unseren circadianen Rhythmus – die innere Uhr für Schlaf und Wachheit.
Ab 21 Uhr idealerweise mit dem Abendritual beginnen: Elektronik aus, Hygiene, Lesen oder Meditieren. Eine Stunde reicht meist, um um 22 Uhr einzuschlafen.
Aufwachen um 6 Uhr gewährleistet acht Stunden Schlaf. Erwachsene brauchen typisch 7,5 bis 9 Stunden für Erholung. Bei Krankheit, Menstruation oder intensivem Training kann mehr nötig sein.
Falls Job oder Familie kein 22-bis-6-Uhr-Fenster erlauben, zählt vor allem Konsistenz. Je fester der Rhythmus, desto leichter der Einschlafprozess und die Morgenfrische.
Zusammenfassung
Konsistenz ist Schlüssel für guten Schlaf. Neurowissenschaftlerin Kristen Willeumier, Ph.D., empfiehlt 22 bis 6 Uhr, um den natürlichen circadianen Rhythmus optimal zu nutzen.