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Hoher Verzehr von rotem Fleisch erhöht das Risiko für vorzeitigen Tod – Erkenntnisse neuer Studien

Umfangreiche Studien belegen: Wer viel rotes Fleisch isst, hat im Vergleich zu einer pflanzlichen Ernährung ein höheres Risiko für Herzerkrankungen und vorzeitigen Tod. Ein hoher Konsum von rotem Fleisch wird mit Typ-2-Diabetes, Herzkrankheiten und bestimmten Krebsarten assoziiert. Neueste Forschung unterstreicht nun den Zusammenhang mit einem erhöhten Sterberisiko – ein weiterer Grund, T-Bone-Steaks durch Tofu zu ersetzen.

AKTUELLE FORSCHUNG

Die jüngsten Ergebnisse, publiziert in The BMJ, analysierten über 81.000 Erwachsene im Alter von 30 bis 75 Jahren, die zu Studienbeginn frei von Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren. Die Beobachtungsphase umfasste acht Jahre.

Ein hoher Verzehr von rotem Fleisch erhöhte das Sterberisiko während der Studiendauer. Besonders verarbeitetes rotes Fleisch wie Hot Dogs, Wurst oder Speck steigerte es um 13 %. Der tägliche Ersatz einer Portion rotes Fleisch durch Vollkorn, Eier, Fisch oder andere Proteinquellen senkte das Risiko hingegen um 17 %.

WAS MACHT ROTES FLEISCH UNGESUND?

Lange Zeit galten gesättigte Fettsäuren und Cholesterin in rotem Fleisch als Hauptursache für Gesundheitsrisiken. Doch Dr. Stanley Hazen, Leiter der Abteilung für präventive Kardiologie und Rehabilitation an der Cleveland Clinic, identifizierte einen neuen Faktor: Trimethylamin-N-oxid (TMAO).

TMAO entsteht durch Darmbakterien beim Abbau von rotem Fleisch. Höhere TMAO-Spiegel fördern verstopfte Arterien und Blutgerinnsel, was Herzinfarkte und Schlaganfälle begünstigt. Hazen, dessen Pionierarbeit in Nature erschien, nennt TMAO „das fehlende Glied“ im Verständnis, wie rotes Fleisch Herzrisiken verstärkt.

„Herzkrankheiten sind die Todesursache Nr. 1 in den USA“, betont er. „Wir retten Leben nach Infarkten, stoppen aber die Krankheitsentwicklung nicht ausreichend.“

Trotz Risiken liefern Rind-, Schweine- und Lammfleisch wertvolle Nährstoffe wie Protein, Vitamin B12 und Eisen, die herzschützend wirken können – allerdings überwiegen bei Überkonsum die Nachteile.

IST EINE PFLANZENBASIERTE ERNÄHRUNG DIE LÖSUNG?

Vegetarier weisen laut einer 2019er-Studie ein 22 % geringeres Risiko für koronare Herzkrankheiten auf, jedoch ein 20 % höheres Schlaganfallrisiko im Vergleich zu Fleischessern.

Hauptautorin Tammy Tong, PhD, Ernährungsepidemiologin an der University of Oxford, erklärt: Vegetarier haben oft niedrigere BMI-, Cholesterin-, Blutdruck- und Diabeteswerte, was ihr Herz schützt. Das Schlaganfallrisiko könnte mit niedrigen Vitamin-B12-Spiegeln zusammenhängen, die bei Vegetariern und Veganern häufig sind – weitere Forschung ist nötig.

Die American Heart Association rät: Maximal fünf Tage pro Woche weniger als 170 g (6 Unzen) gekochtes mageres Fleisch essen.

Dr. Hazen betont: Ernährung ist individuell. Manche wählen vegetarisch oder vegan, andere fleischlose Tage. Wichtig ist: Je mehr Portionen rotes Fleisch pro Woche, desto höher das lebenslange Herzrisiko. Wissen ist der Schlüssel zur Risikominderung.