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Sport senkt Bluthochdruck so effektiv wie Medikamente – Studie aus dem British Journal of Sports Medicine

Laut einer neuen Meta-Analyse im British Journal of Sports Medicine kann regelmäßiger Sport bei Bluthochdruckpatienten genauso wirksam den Blutdruck senken wie verschreibungspflichtige Medikamente. Das ist eine ermutigende Nachricht für die rund 80 Millionen Amerikaner mit Hypertonie.

Huseyin Naci, PhD, Assistenzprofessor an der London School of Economics, leitete die Analyse von 270 randomisierten Studien mit Daten von 10.461 Teilnehmern. Er betont: Die meisten früheren Untersuchungen zu Trainingsinterventionen basierten auf kleinen Stichproben – diese Meta-Analyse liefert robuste Evidenz.

Trotz der starken Ergebnisse rät Naci dringend ab, Medikamente eigenmächtig abzusetzen. Stattdessen: "Menschen, denen Medikamente gegen Bluthochdruck verschrieben wurden, sollten mit ihren Ärzten über mögliche Vorteile von Trainingsprogrammen sprechen."

So beeinflusst Training den Blutdruck

Viele mit Bluthochdruck fürchten, durch Sport ihr Herz zu sehr zu belasten. Lynne Braun, PhD, NP, Professorin an der Rush University und Mitglied des American College of Cardiology, klärt auf: "Während des Trainings steigt der Blutdruck kurzfristig – danach sinkt er jedoch oft unter den Ausgangswert und bleibt stundenlang niedrig."

Langfristig reduziert regelmäßige Bewegung den Gefäßwiderstand, verbessert den Blutfluss und senkt so den Blutdruck nachhaltig. "Bei Hypertoniepatienten ist der Effekt besonders ausgeprägt: Je höher der Startwert, desto stärker der Rückgang", erklärt Braun.

Cardio oder Krafttraining?

Beide Trainingsformen wirken hervorragend, wobei Ausdauertraining (Cardio) minimal effektiver den Blutdruck senkt – vergleichbar mit Standardmedikamenten. Beide senken zudem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Eine Studie in Current Hypertension Reports zeigt: "Schon ein Trainingstag pro Woche reduziert die Gesamtmortalität bei Hypertoniepatienten ebenso oder stärker wie Medikamente." Eine weitere im Journal of Hypertension (2018) belegt: Nach drei Monaten mit dreimal wöchentlichen 40-Minuten-Einheiten sanken systolische und diastolische Werte signifikant – selbst bei Patienten mit multipler Medikation.

Das Fazit der Experten

"Jede Trainingseinheit wirkt wie eine Medikamentendosis", fasst Braun zusammen. "Regelmäßige Aktivität kann die Medikamentenanzahl reduzieren, Dosen senken oder gar ersetzen. Bei Gesunden schützt sie vor Hypertonie."