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Kann ein täglicher Spaziergang Depressionen lindern? Studien mit über 22.000 Teilnehmern belegen es

Regelmäßige körperliche Aktivität bietet zahlreiche Vorteile – und neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass sie auch Depressionen effektiv lindern kann.

Eine im American Journal of Psychiatry veröffentlichte Studie untersuchte über 22.000 Erwachsene mehr als ein Jahrzehnt lang. Sie verglich die Depressionsraten bei Personen, die nie Sport trieben, mit denen, die mehr als vier Stunden pro Woche aktiv waren. Bei Untrainierten war das Risiko einer Depressionsdiagnose um 44 % höher als bei denen, die sich nur eine Stunde pro Woche bewegten.

Zahlreiche Studien bestätigen: Bewegung kann Depressionen lindern und ist in manchen Fällen ebenso wirksam wie Antidepressiva.

Aerobes Training vs. Antidepressiva

Eine Studie zeigte, dass depressive Erwachsene mit Aerobic-Übungen ähnliche Stimmungsverbesserungen erzielten wie solche, die Zoloft einnahmen. In einer weiteren Untersuchung gingen 30 % der Patienten, die trotz SSRI-Medikamente (häufig bei Depressionen eingesetzt) keine Besserung spürten, nach 12 Wochen Trainingsprogramm in Remission.

Dr. Marcia Valenstein, Psychiaterin und emeritierte Professorin an der University of Michigan, erklärt: Die genauen Mechanismen sind nicht vollständig geklärt, doch Bewegung verändert das Gehirn – etwa durch Reduktion entzündlicher Marker und Steigerung des hirnentstandenen neurotrophen Faktors (BDNF), der bei Depressionen vermindert ist.

Außerdem verbessert Bewegung die Lebensqualität Betroffener nachweislich.

Eine Studie im American Journal of Preventive Medicine fand: Frauen mit leichten Depressionen, die 150 Minuten moderat intensive Aktivität oder 200 Minuten Gehen pro Woche praktizierten, berichteten von besserem Wohlbefinden.

„Besonders bei Frauen mit Depressionen steigerten wir psychische Gesundheit, Energie, soziales Engagement und körperliche Funktionsfähigkeit“, so Forscherin Kristi Heesch, DrPH, Dozentin für Gesundheitsförderung an der Queensland University of Technology in Australien. Die Effekte waren stärker als bei Frauen ohne Depressionen, da mehr Verbesserungspotenzial bestand. Ihr Tipp: „Gehen Sie zu Fuß – das ist der einfachste Einstieg.“

Motivation finden

Trotz der Vorteile ist es bei Depressionen oft schwer, sich zu motivieren. Valenstein, Co-Autorin einer 2017 im General Hospital Psychiatry publizierten Studie, berichtet: 80 % der psychiatrischen Patienten wussten um den Stimmungsboost durch Sport, doch über die Hälfte scheiterte an der Umsetzung wegen mangelnder Energie.

„Kernsymptome wie Antriebslosigkeit und Erschöpfung erschweren körperliche Aktivität“, betont sie.

Suchen Sie Unterstützung: Holen Sie sich einen Spazierpartner oder melden Sie sich zu Gruppenkursen an. Sprechen Sie mit Ihrem Psychiater über Bewegung als Therapieergänzung und erstellen Sie gemeinsam einen Plan.

„Diskutieren Sie mit Ihrem Behandler die Rolle von Bewegung und integrieren Sie mehr Aktivität schrittweise“, rät Valenstein.