Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die häufig zu Demenz führt. Obwohl sie vor allem Menschen ab 60 betrifft, hat eine aktuelle Studie drei modifizierbare Risikofaktoren identifiziert, die bereits im Teenageralter oder Anfang 20 entdeckt werden können.
Die Ergebnisse wurden auf der Alzheimer's Association International Conference (AAIC) 2020 präsentiert. Sie zeigen, dass Herzgesundheit, Body-Mass-Index (BMI) und Bildungsqualität die Gehirngesundheit beeinflussen und frühe Demenzprävention ermöglichen. Besonders betroffen sind Schwarze, die doppelt so häufig an Demenz erkranken wie Weiße.
"Forschung wie diese ist entscheidend, um gesundheitliche Ungleichheiten zu bekämpfen und Maßnahmen zu fördern, die das Leben positiv verändern", betont Maria Carrillo, Ph.D., Chief Science Officer der Alzheimer's Association. Die Forscher haben jeden Faktor detailliert analysiert:
1. Herzgesundheit
Aus Daten der Studie über gesundes Altern bei Afroamerikanern (STAR) ergab sich: Jugendliche, junge Erwachsene und Menschen mittleren Alters mit zwei oder mehr Herzrisikofaktoren zeigen später häufiger kognitiven Abbau.
Die Kognition wurde durch standardisierte Tests zu Gedächtnis und Exekutivfunktionen geprüft. Die Effekte blieben unabhängig von Alter, Geschlecht und Messzeitpunkt bestehen. Afroamerikaner haben ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – eine frühe Intervention in der Jugend kann Herz und Gehirn schützen.
2. Body-Mass-Index
Analysen zweier Studien mit über 5.000 Erwachsenen zeigten: Ein hoher BMI zwischen 20 und 49 Jahren erhöht das Demenzrisiko später. Frauen mit hohem BMI waren fast doppelt, Männer zweieinhalb Mal häufiger betroffen als Normalgewichtige. Ein hoher BMI in der Lebensmitte zeigte keinen Zusammenhang.
3. Qualität der Ausbildung
Bei über 2.400 Schwarzen und Weißen ab 65 Jahren, die in den USA die Grundschule besucht hatten, wurde die Bildungsqualität anhand von Einschulungsalter, Abbruchquoten, Schulzeit, Lehrer-Schüler-Verhältnis und Anwesenheit bewertet. Geringere Qualität ging mit stärkerem Gedächtnis- und Sprachverlust einher. Höhere Bildung schützte Schwarze Frauen, Schwarze Männer und Weiße Frauen vor Demenz.
Forscher vermuten, dass gute Früherziehung zu lebenslanger Weiterbildung motiviert.
Fazit
"Durch Identifikation, Validierung und Bekämpfung dieser veränderbaren Alzheimer-Risikofaktoren können wir Neuerkrankungen reduzieren und die Gesamtzahl Betroffener senken", erklärt Carrillo.
Aufklärung zu Bewegung und gesunder Ernährung mindert Herzrisiken, Übergewicht und fördert die Gehirngesundheit. Bildungspolitik kann soziale Faktoren verbessern und kognitiven Verfall verhindern.
"Diese AAIC-2020-Ergebnisse belegen: Es ist nie zu früh oder zu spät, Gedächtnis und Denkfähigkeit zu schützen", schließt Carrillo.