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Mediterrane Ernährung dämpft Stressreaktionen: Ergebnisse einer Langzeitstudie

Wenn wir unter starkem Stress stehen, greifen viele zu Süßigkeiten oder Kohlenhydraten. Leider verschlechtern diese Trostsnacks oft die Stimmung und verstärken depressive Gefühle. Welche Lebensmittel lindern Stress wirklich? Ernährungswissenschaftler erforschen dies intensiv. Eine aktuelle Tierstudie deutet darauf hin, dass eine mediterrane Ernährung – reich an Obst, Gemüse, Vollkorn, Olivenöl und omega-3-haltigen Proteinen – die psychische Gesundheit fördert. Wir beleuchten die Erkenntnisse.

Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Ernährung und Stress

Forscher der Wake Forest School of Medicine maßen über 31 Monate (ca. neun Menschenjahre) den akuten und chronischen Stresspegel von 38 Makaken. Eine Gruppe erhielt eine westliche Ernährung mit hohem Anteil an tierischem Fett, Salz und Zucker, die andere eine mediterrane.

Die Wissenschaftler setzten die Affen Stressoren aus, wie 30-minütiger Isolation, und analysierten den Cortisolspiegel – das Stresshormon – sowie Aktivitäten des sympathischen und parasympathischen Nervensystems. Sie prüften auch die Alterung des sympathischen Systems, das für Kampf-oder-Flucht-Reaktionen zuständig ist.

Chronisch hohes Cortisol fördert Entzündungen und Bluthochdruck. Eine überaktive sympathische Regulation hält den Körper dauerhaft in Alarmbereitschaft, während das parasympathische System beruhigt.

Ergebnisse der Studie und ihre Bedeutung

Die makakenähnlichen Primaten mit mediterraner Ernährung reagierten weniger stark auf Stress und erholten sich schneller als die westlich ernährten. "Unsere Studie zeigt, dass die mediterrane Ernährung das Gleichgewicht zum parasympathischen Nervensystem verschiebt – ein Vorteil für die Gesundheit", erklärt Professorin Carol Shively, Ph.D., Co-Autorin, in einer Pressemitteilung. "Die westliche Ernährung hingegen steigert die sympathische Stressreaktion – wie ein permanenter Panikknopf."

Zudem alterte das sympathische Nervensystem bei der mediterranen Gruppe langsamer.

Die Tierstudie ermöglichte präzise Kontrolle der Ernährung über lange Zeiträume. Obwohl keine direkte Übertragbarkeit auf Menschen, sehen die Autoren "erhebliche Implikationen für die menschliche Gesundheit", betont Shively.

Die zentralen Erkenntnisse

"Stressfaktoren im Alltag sind schwer zu kontrollieren, doch unsere Ernährung liegt in unserer Hand", fasst Shively zusammen.

Weitere Humanstudien sind nötig, doch die Ergebnisse unterstreichen: Eine mediterrane Kost mit viel Gemüse, gesunden Fetten und magerem Protein wie Fisch könnte Stress mindern und das Nervensystem im Alter schützen.

Klar ist: Chronischer Stress schadet der Gesundheit, und Ernährung macht einen entscheidenden Unterschied.

Beim nächsten Stressmoment testen Sie es: Wählen Sie mediterrane Snacks wie Hummus aus Kichererbsen, Bohnensalat oder einen Kirsche-Mandel-Smoothie statt Zucker und Rotem Fleisch. Ergänzen Sie mit Entspannungstechniken wie Atemübungen oder Kräutertee für spürbare Entlastung.