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Als Ayurveda-Praktiker: Prakruti vs. Vikruti – Die Nr.-1-Dosha-Frage meiner Klienten

"Was ist der Unterschied zwischen meiner doshischen Konstitution und meinem aus dem Gleichgewicht geratenen Dosha?" Als erfahrener Ayurveda-Praktiker ist das die Häufigste Frage, die ich von Klienten höre.

Viele haben Dosha-Tests gemacht und sich bestätigt gefühlt: Das bin genau ich! Doch bei genauerem Hinsehen passen aktuelle Symptome nicht immer zum Typ. Hier erkläre ich als Praktiker mit jahrelanger Erfahrung den entscheidenden Unterschied – und warum er für Ihr Wohlbefinden zentral ist.

Was ist die doshische Konstitution (Prakruti)?

Ich vergleiche die doshische Konstitution gerne mit einem Geburtshoroskop in der Astrologie: Es handelt sich um Ihre einzigartige, unveränderliche Mischung aus Vata, Pitta und Kapha – oft als Prozentsatz oder Tortendiagramm dargestellt.

Diese Energien prägen Ihre physische Struktur, Physiologie und Persönlichkeit. Sie bleiben lebenslang stabil. Ein Beispiel: Als Ayurveda-Berater könnte ich Sie als 56 % Vata, 28 % Kapha und 16 % Pitta typisieren. Vata dominiert dann natürlich – mit allen typischen Qualitäten. Pitta und Kapha sind vorhanden, aber untergeordnet.

Diese Zusammensetzung ist absolut individuell. Selbst bei gleicher Prozentverteilung äußert sie sich bei jedem anders. Online-Quizze zeigen oft nur den dominanten Dosha-Typ, in der Beratung balancieren wir jedoch gezielt Ungleichgewichte aus.

Was ist ein doshisches Ungleichgewicht (Vikruti)?

Ein doshisches Ungleichgewicht gleicht einem Transit in der Astrologie: Es zeigt, wo Planeten aktuell stehen und wie sie Sie beeinflussen.

Vikruti beschreibt einen vorübergehenden Überschuss eines Doshas durch aktuelle Lebensumstände – eher als Balkendiagramm visualisiert. Im obigen Beispiel könnte bei 56 % Vata, 28 % Kapha und 16 % Pitta ein Pitta-Überschuss vorliegen.

Ursachen? Langer Arbeitsstress, unterdrückte Wut auf Eltern, feurige Ernährung oder unpassender Job. Als Berater helfe ich, Pitta zu beruhigen und die natürliche Prakruti wiederherzustellen.

Im Unterschied zu Prakruti verändert sich Vikruti ständig: Ernährung, Jahreszeiten, Lebensstil, Beziehungen, Arbeit, Reisen oder Klima wirken auf die Doshas ein.

Eine einfache tägliche Übung für Balance

Diese Unterscheidung mag zunächst komplex wirken, doch die Praxis ist intuitiv. Der Schlüssel: Mehr Achtsamkeit für Ihren Tageszustand.

Stellen Sie sich zwei Wochen lang morgens und abends diese drei Fragen – Sie werden spürbare Veränderungen bemerken:

  1. Wie beschreibe ich meinen aktuellen Gefühls- und Seinszustand? Nutzen Sie Wörter wie geerdet, chaotisch, mobil, starr, kalt, expansiv. Bei Emotionen oder Körpergefühlen die Qualitäten nennen (z. B. ängstlich: verstreut, beweglich, leicht, variabel).
  2. Fühlt sich dieser Zustand unangenehm an? Welche gegensätzlichen Qualitäten wünsche ich mir? Bei Chaos z. B. Geerdetheit und Ruhe.
  3. Welche konkreten Handlungen fördern das? Spaziergang in der Natur für Geerdetheit oder 3 Minuten stille Meditation für Ruhe.

Mit dieser Routine aktivieren Sie Ihre Selbstheilkräfte und leben Ayurveda authentisch. Halten Sie es leicht und spielerisch – Übung schafft Vertrauen!

Viel Erfolg beim Ausprobieren.

Dieser Artikel wurde von Angelika Neri mitverfasst.