Fallen Sie nicht so schnell in den Schlaf, wie Sie es sich wünschen? Viele geführte Meditationen versprechen Abhilfe. Doch während sie für einige wirken, warnt die Psychologin und Spezialistin für verhaltensbezogene Schlafmedizin, Shelby Harris, PsyD, DBSM, dass Meditation direkt vor dem Einschlafen nicht für jeden geeignet ist – sie kann das Gehirn sogar noch aktiver machen.
Die Autorin von The Women's Guide to Overcoming Insomnia gibt praxisnahe Tipps, wann und wie Sie meditieren sollten, um Ihren Schlaf zu verbessern.
Die optimale Zeit für Meditation zum besseren Schlaf
Funktionierten geführte Meditationen vor dem Schlafengehen bei Ihnen nicht? Harris erklärt warum: Viele laufen übers Smartphone – und kein Schlafspezialist rät, das Gerät kurz vor dem Bett zu nutzen. Der Drang, in Social Media oder Nachrichten zu scrollen, ist groß, und das blaue Licht stört den zirkadianen Rhythmus.
Stattdessen rät Harris, tagsüber oder früh am Abend zu meditieren – nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen.
Zu wenig Zeit? Kurze Sessions reichen aus und wirken sich positiv auf den Schlaf aus.
„Meditation ist wie ein Muskel, den man trainiert“, sagt Harris in einem Gespräch mit mbg. Mit täglichem Üben wird es einfacher, nachts unruhige Gedanken zu beobachten und loszulassen. Besonders bei einem aktiven Geist hilft das: Durch Tagespraxis lernen Sie, Gedanken einfach vorbeiziehen zu lassen.
Beginnen Sie mit einer Minute: Richten Sie die Aufmerksamkeit auf ein Objekt und beobachten Sie es. Wenn Gedanken kommen, kehren Sie sanft zurück. So sind Sie abends vorbereitet.
Ihre meditationsbasierte Routine für guten Schlaf
So sieht Harris’ Morgenroutine aus: Nach dem Training integriert sie Meditation in die Dusche. Vor den großen Fenstern sitzt sie und beobachtet die Welt – schwankende Bäume, Wetter oder Blätter.
Ein bis drei Minuten genügen. Bei aufkommenden Gedanken („Schneit es? Hoffentlich keine Glätte“) lässt sie sie los und beobachtet weiter.
„Diese Routine fokussiert mich für den Tag und ist ein toller Reset“, sagt Harris. Suchen Sie ein ähnliches Fenster – es stärkt auch die Verbindung zur Natur.
Zusammenfassung
Ist Abendmeditation zu anregend? Verschieben Sie sie auf den Tag und profitieren Sie vom besseren Schlaf. Das Beobachten und Loslassen von Gedanken ist eine Fähigkeit, die Sie jederzeit trainieren – und die nachts zahlt sich aus.