Milchzucker, auch Laktose genannt, ist ein natürlicher Bestandteil von Milch und Milchprodukten. Er liefert wertvolle Energie und fördert die Darmgesundheit. Bei unzureichender Aufnahme im Darm spricht man von Laktoseintoleranz.
Was ist Milchzucker?
Milch enthält neben Proteinen, Fetten und Nährstoffen hauptsächlich Kohlenhydrate. Davon ist der größte Anteil natürlicher Milchzucker, auch Laktose genannt. Als primärer Energielieferant macht er Milch zur idealen Nahrung für Säugetiernachwuchs.
Milchzucker ist ein Disaccharid, also ein Zweifachzucker, der aus den Zuckermolekülen D-Galactose (Schleimzucker) und D-Glucose (Traubenzucker) besteht.
Milchzucker im menschlichen Körper
Milchzucker liefert Energie und unterstützt die Darmfunktion. Beim Abbau im Darm entsteht Milchsäure, die eine gesunde Darmflora fördert. Dank Laktose wird die Aufnahme essenzieller Mineralstoffe wie Magnesium, Calcium und Phosphor verbessert.
Gut zu wissen: Milchsäure ist vegan und entsteht durch Glykolyse. Sie findet sich in fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut oder Kombucha.
Der Körper spaltet den Zweifachzucker im Dünndarm mithilfe des Enzyms Laktase in Galactose und Glucose auf. Bei Laktasemangel bleibt Laktose unverdaut und gelangt in den Dickdarm, was zu Beschwerden führt – der klassischen Laktoseintoleranz.
Milchzucker in Lebensmitteln
Frische Kuhmilch enthält bis zu 5 Gramm Laktose pro 100 Milliliter, Muttermilch etwa 7 Gramm. Durch Verarbeitung zu Milchprodukten nimmt der Laktosegehalt ab. Beim Erhitzen und Gerinnen zu Käse und Molke verbleibt der meiste Milchzucker in der Molke. Bei der Reifung von Hartkäse wird der Rest weiter abgebaut – im Endprodukt bleibt nur minimal Laktose übrig.
Der Laktoseanteil variiert je nach Produkt:
- Molke und Molkeerzeugnisse: 4 bis 5 Prozent
- Naturjoghurt: 2 bis 3 Prozent
- Mozzarella: 0,5 bis 2 Prozent
- Frischkäse: 2 bis 4 Prozent
- Butter: weniger als 1 Prozent
- Hartkäse: 0,1 Prozent
Verwendung von Milchzucker
Industriell gewonnene Laktose findet breite Anwendung: in Lebensmitteln, Medikamenten, Kosmetik oder antibakteriellen Reinigungsmitteln. Sie sorgt für cremige Konsistenz und regt als mildes Abführmittel die Darmtätigkeit an.