Resveratrol wird mit vielfältigen gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht. Doch wie stark ist die Evidenz für diesen pflanzlichen Stoff wirklich?
Resveratrol, ein natürlicher Pflanzenstoff ähnlich wie OPC oder Traubenextrakte, erregt zunehmend Aufmerksamkeit in Medizin und Ernährungsforschung. Als sekundärer Pflanzenstoff aus der Gruppe der Polyphenole steht er im Fokus wegen seiner potenziell positiven Effekte auf die Gesundheit.
Resveratrol – Der sekundäre Pflanzenstoff im Fokus der Forschung
Resveratrol sorgt in Pflanzen für Färbung und schützt vor Fressfeinden sowie Krankheitserregern. Solche Stoffe finden sich in nahezu allen Sorten von Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Nüssen. Besonders reich an Resveratrol sind:
- Weintrauben (vor allem rote)
- Rotwein
- Erdnüsse
- Kakao
- Blaubeeren
- Maulbeeren
- Cranberries
Nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sind sekundäre Pflanzenstoffe keine essenziellen Nährstoffe, können aber positive gesundheitliche Wirkungen haben.
Übrigens: Resveratrol erklärt das „Französische Paradoxon“. Eine Studie aus den 90er-Jahren zeigte: Franzosen haben trotz cholesterinreicher Ernährung und hohem Nikotinkonsum rund 40 Prozent weniger Herzinfarkte als Deutsche. Laut Pharmazeutischer Zeitung wird dies auf den regelmäßigen Rotweinkonsum und die gefäßschützende Wirkung des Resveratrols zurückgeführt.
Wie wirksam ist Resveratrol als sekundärer Pflanzenstoff?
Resveratrol wird mit mehreren gesundheitsfördernden Effekten assoziiert, darunter:
Antioxidative Wirkung
Eine Studie des US-amerikanischen „Institute for Occupational Safety and Health“ belegt, dass Resveratrol freie Radikale bindet und neutralisiert. Dies könnte das Immunsystem stärken.
Antientzündliche Wirkung
Die entzündungshemmende (antiinflammatorische) Potenz ist besonders relevant. Pharmazeutische Zeitung berichtet: Stille Entzündungen (’silent inflammations‘) gelten als Mitursache chronischer Erkrankungen wie Arteriosklerose, Typ-2-Diabetes, Multiple Sklerose oder Alzheimer. Resveratrol hemmt Schlüsselverursacher wie Cyclooxygenase-2 und Stickstoffmonoxid-Synthetase.
Möglicherweise krebshemmend
Die DGE erwähnt schützende Effekte gegen Krebs. Studien, zitiert in der Pharmazeutischen Zeitung, zeigen: Resveratrol kann Zellen zum programmierten Zelltod (Apoptose) führen und gezielt Krebszellen bekämpfen. Die antiinflammatorische Wirkung verstärkt dies.
Ausgleichender Effekt auf den Hormonhaushalt
Eine Studie von 2016 im Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism ergab: Frauen mit langfristiger Resveratrol-Einnahme zeigten stabilere Zyklen. Ärzteblatt berichtet von Linderung des PCOS-Syndroms und Stabilisierung des Hormonhaushalts.
Forschung zu Resveratrol: Noch nicht abschließend geklärt
Trotz ermutigender Ergebnisse bleibt die Wissenschaft vorsichtig. Nicht klar ist, ob Laboreffekte auf den Menschen übertragbar sind. Tierversuche zur Krebshemmung sind vielversprechend, humane Studien stehen erst am Anfang (Pharmazeutische Zeitung). Resveratrol bleibt jedoch ein spannendes Forschungsobjekt.
Generell rät die DGE zu einer ausgewogenen, abwechslungsreichen Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Ballaststoffen – die ideale Quelle für sekundäre Pflanzenstoffe. Ob Supplements sinnvoll sind, muss weiter erforscht werden. Regelmäßiger Verzehr von Weintrauben oder Beeren ist definitiv empfehlenswert.